Gold Diese Kopie eines keltischen Regenbogenschüsselchen ist eines der Schmuckstücke in der Tannenbergsthaler Schau.

Foto: Helmut Schneider

Was Kelten gegen eine Frau oder eine Axt eintauschten

VOGTLÄNDISCHE SCHÄTZE (52): Goldmuseum Tannenbergsthal

Tannenbergsthal. Kein anderes Edelmetall regt die Fantasie so an wie das Gold. Kein Wunder, dass auch im armen Vogtland viele Menschen große Hoffnungen damit verknüpften. An die jahrhundertealten Traditionen der Goldwäscherei erinnert das 2005 im Herrenhaus Tannenbergsthal eröffnete erste Museum zu sächsischen Goldvorkommen. Besonders weit zurück in die Geschichte führt ein unscheinbares Ausstellungsstück: die Kopie eines so genannten keltischen Regenbogenschüsselchens. Sie ist ein Zeugnis der bis ins Jahr 200 vor unserer Zeitrechnung zurückreichenden Goldwäscherei keltischer Stämme im nahen Böhmen. Das kleine Gepräge mit einem Durchmesser von 13 Millimetern sieht zwar aus wie ein Geldstück, diente aber nicht als Zahlungsmittel. Es war vielmehr Tauschmittel. Erhalten konnte man dafür eine Frau, eine Axt oder auch einen Esel - für den Kelten alles von hohem Wert.

Neueste Erwerbung sind Goldkristalle aus Venezuela. Die hat der Vogtländische Goldwäscher- und Bergbauhistorikerverein als Betreiber des Museums von Alejandro Stern, einen legendären Goldgräber, erhalten, der sie tief im Regenwald schürfte. Die Tannenbergsthaler legen großen Wert auf wissenschaftliche Beratung. Die leistet ihnen Dr. Markus Schade, Gründer und Leiter des Deutschen Goldmuseums Theuern in Thüringen.

 
erschienen am 26.07.2010 (von Peter Janka )
 
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