Schneckenstein Im Eingangsbereich präsentiert sich ein Felsbrocken vom Schneckenstein mit eingeschlossenen Topasen.

Foto: Helmut Schneider

Topasfunde vielleicht noch älter als bislang angenommen

VOGTLÄNDISCHE SCHÄTZE (43): Mineralienzentrum Schneckenstein

Schneckenstein. Die Topasfunde am Schneckenstein werden in der Regel mit einem Auerbacher Tuchmacher namens Christian Kraut und dem Jahr 1727 in Verbindung gebracht. Ob diese Legende stimmt, ist aber fraglich, denn ein sächsischer Edelsteininspektor namens Richter will den Schneckenstein schon um 1700 gekannt haben.

Der Schneckenstein als die bekannteste Fundstelle von Topasen in Mitteleuropa hat vielleicht noch eine viel ältere Geschichte. So wurde als Grabbeigabe des böhmischen Königs Ottokar I. Premysl (um 1155-1230) ein Ring mit einem Topas gefunden. Da dessen Mutter aus Thüringen stammte und 1174 in Meerane verstorben ist, der König zudem in 1. Ehe mit Adelheit von Meißen verheiratet gewesen war, ist es nicht unwahrscheinlich, dass der Schneckenstein auch schon damals bekannt gewesen war.

Wie dem auch sei: Das Vogtland gehört zu den mineralienreichsten Gebieten in Deutschland. Seit Juli 2005 ergänzt deshalb ein Mineralienzentrum mit einem Topaszimmer das Ausstellungsangebot. Betrieben wird es in Verbindung mit dem 1996 eröffneten Schaubergwerk Grube Tannenberg. "2009 konnten wir im Mineralienzentrum 11.936 Besucher begrüßen, das waren 1187 mehr als 2008. Seit der Eröffnung hatten wir insgesamt 46.883 Gäste", zeigte Steffen Gerisch, der Chef der Einrichtung, auf.

 
erschienen am 12.07.2010 (von Thorald Meisel )
 
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