Schrankbad Wiedersehn macht Freude! Vom Waschbrett bis zum Schrankbad offenbart das Museum Haushaltgeräte vergangener Jahrzehnte.

Foto: Andreas Wetzel

Klappe auf, Schrankbad raus - Schrankbad hoch, Klappe zu

VOGTLÄNDISCHE SCHÄTZE (13): Rund um die Sauberkeit

Mühltroff. Freitags wird gebadet! In der DDR wurde das in vielen Familien so gehandhabt. Eine große Zinkwanne wurde in die Küche bugsiert. Ein Familienmitglied nach dem anderen schrubbte sich den Schmutz der Woche vom Fell.

Dann vertrieb der Fortschritt die Zink-Ungetüme. Das platzsparende Schrankbad hielt Einzug in viele Wohnungen. Von außen sah das Ganze aus wie ein geschlossener länglicher Schrank. 2,05 Meter hoch, Grundfläche 80 Zentimeter im Quadrat. Der Schrank barg eine abkippbare Badewanne. Die verschwand, hochgeklappt, wieder im Schrank. Unsichtbar von außen.

Gebaut wurde so etwas im Zuge der so genannten Konsumgüterproduktion im VEB Transformatoren- und Röntgenwerk "Hermann Matern" in Dresden.

"Die Idee war super", kommentiert Museumschef Fredo Unger den Luxusgegenstand Made in DDR. Er brachte das heute museale Stück aus einem Mühltroffer Haushalt mit. Baujahr 1974, EVP 1950 Mark.

Unger, der in Mühltroff mit seinem Bruder Uwe eine Firma für Heizungsbau, Sanitärinstallation und Klempnerei betreibt, sollte das Möbelstück entsorgen. Denkste! Das gute Stück landete im Mühltroffer DDR-Museum. Dort wird der Badschrank assistiert von Waschmaschinen und Wäscheschleudern. Allein in Mühltroff gab es fünf solcher Schrankbäder.
 

 

 
erschienen am 27.05.2010 (von Georg Bachmann )
 
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