Herrenhaus Die schönste Bretterdecke im Kürbitzer Herrenhaus stammt vermutlich aus dem 15. Jahrhundert, die Malereien sollen im 16. Jahrhundert aufgebracht worden sein.

Foto: Franko Martin

Ehrwürdiges Gemäuer birgt wertvolle Bretterdecken

VOGTLÄNDISCHE SCHÄTZE (50): Herrenhaus Kürbitz

Kürbitz. Unter einer schützenden Lehmputz-Schicht hat die wertvollste der Bretterdecken im Kürbitzer Herrenhaus die Jahrhunderte überdauert. Erst während der Notsicherung des imposanten Gebäudes vor drei Jahren wurden die in rot und grün gehaltenen Malereien frei gelegt, die vermutlich aus dem 16. Jahrhundert stammen. Die Bretterdecken selbst waren laut Holzuntersuchung um 1475 eingebaut worden. Die schönste Decke sei zugleich auch "die am meisten gefährdete", so hat es Christiane Barnert von der Restaurierungswerkstatt Müller 2008 in der Festschrift anlässlich "des Neubeginns" am Kürbitzer Herrenhaus geschrieben und gefordert: "Um ihren Erhalt zu gewährleisten, müssten dringend Sicherungsmaßnahmen vorgenommen werden."

Geschehen ist seitdem im Gebäude allerdings nichts mehr. Fördermittel stünden zwar bereit, es hapere jedoch am notwendigen Eigenanteil, berichtet Sieglinde Hellmundt, langjährige Vorsitzende des Fördervereins für das Herrenhaus. Immerhin habe man dessen Fortbestand sichern können, unterstreicht sie. Angestrebt werde weiterhin die Einrichtung eines Kultur- und Begegnungszentrums im historischen Renaissance-Fachwerkbau. Momentan ist der Förderverein allerdings "kopflos": Vor kurzem hat die bisherige Vorsitzende das Handtuch geworfen.

 
erschienen am 26.07.2010 (von Bernd Appel )
 
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