Baumstamm Diese Scheibe eines Baumstammes beweist: Schon 1169 wurde das Erlbacher Salzbergwerk genutzt. Der für das Bergwerk verwendete Baum selbst bildete 1031 seinen ersten Jahresring.

Foto: Helmut Schneider

Der älteste Baum der Region schreibt die Geschichte um

VOGTLÄNDISCHE SCHÄTZE (55): Dorfmuseum Erlbach

Erlbach. Eine 1984 bei Tiefbauarbeiten im Erlbacher Ortszentrum gefundene Tanne hat 15 Jahre später dafür gesorgt, dass die vogtländische Geschichte in Teilen neu geschrieben werden muss. Dokumentiert ist das im Obervogtländischen Dorfmuseum Erlbach, wo eine Scheibe dieses Baumes deren Bedeutung anhand beigefügter Jahrestafeln belegt. Dass der Baum im ehemaligen Erlbacher Salzbergwerk verbaut wurde, war schnell klar.

Museumsleiter Helmuth Eßbach hatte angenommen, die Tanne sei vermutlich im 16. Jahrhundert geschlagen worden. Voneinander unabhängige Untersuchungen in einem Institut in Petershagen bei Berlin und an der Universität Bamberg belehrten ihn eines Besseren: 1031 bildete die Tanne ihren ersten Jahresring, 1169 wurde sie geschlagen - 400 Jahre eher!

Damit ist sie nicht nur der älteste bekannte Baum des Vogtlandes. Sie belegt auch, dass das 1464 erstmals urkundlich belegte Bergwerk schon viel früher entstand. Zu einer Zeit, als das Vogtland weit gehend aus Wald bestand. Wenige Dokumente der vogtländischen Geschichte weisen so weit zurück: Die Stiftungsurkunde der Plauener Johanniskirche stammt von 1122, Brambach wurde 1154 erstmals erwähnt. Helmuth Eßbach hält es deswegen für möglich, dass das Erlbacher Bergwerk von Menschen aus dem nahen salzarmen Böhmen genutzt wurde.
 

 

 
erschienen am 26.07.2010 (von Peter Janka )
 
Kommentare
0
Kommentieren (für Digital- und Printabonnenten)
Artikel weiter empfehlen