Museum Ein typischer Fredo Bley hängt auch im Museum. Der Ausschnitt zeigt einen Blick in die Reichenbacher Tuchscherergasse.

Foto: Franko Martin

Das Nebenprodukt blieb, die Textilindustrie verschwand

VOGTLÄNDISCHE SCHÄTZE (56): Bilder im Museum Burg Mylau

Mylau. Die Schätze in der Burg Mylau würden so manchem Ritter Lust auf einen Besuch machen. Aber heutzutage gibt's ja glücklicherweise nur noch Glücksritter. Und Kenner. Und wer im Hinblick auf die jüngere vogtländische Geschichte zu den Kennern gehören will, muss sich die in der Vogtländischen Kunstgalerie im Museum anschauen.

"Wir haben hier Werke von mehr als zehn vogtländischen Malern, die unter dem Stichwort Kunst des 20. Jahrhunderts gewissermaßen als Nebenprodukt der vogtländischen Textilindustrie gelten können", sagt Museumsleiter Andreas Raithel: Ohne diese Textilindustrie würde es diese Kunst in dieser Form nicht geben. "Denn der Künstler ist hier mehr oder weniger die Folge der textilen Ausbildung zum Beispiel in der Textilfachschule Reichenbach und der Plauener Industrieschule", erklärt Raithel. Musterzeichnen und Schriftgestalten fand auch seine Fortsetzung etwa in der Lithografischen Anstalt Carl Werner Reichenbach. Kurt Geipel aus Netzschkau war zum Beispiel Lehrer in Plauen. "Und Walter Löhner war vielleicht der talentierteste von allen", so Raithel. In Löhners Schule wiederum ging Fredo Bley aus Buchwald, der wie Elfriede Mäckel und Paul Söllner die Ausstellung bereichert. Raithel: "Thematisch könnte man die Ausstellung unter dem Titel ,Der Vogtländer und seine Landschaft‘ zusammenfassen."
 

 

 
erschienen am 26.07.2010 (von Gerd Möckel )
 
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