Urkunde Mit dieser Urkunde von 1714 erlaubte Kaiser Karl VI der Lengenfelder Tuchmacher-Innung den Handel über die Stadtgrenzen hinaus. Ein Meilenstein für die später weltberühmte Filztuch-Industrie.

Foto: Franko Martin

Als Kaiser Karl Lengenfelds Tuchmacher förderte

VOGTLÄNDISCHE SCHÄTZE (53): Heimatmuseum Lengenfeld

Lengenfeld. Das Lengenfelder Heimatmuseum ist als Gebäude an sich ein Schatz. Es gehört zu den ältesten Häusern der Stadt und war einst der Sitz eines Tuchfärbers. Und damit ist Museumschef Thomas Petzold bei einem der besonders wertvollen Schätze des Museums: Eine Urkunde aus dem Jahr 1714 und aus der Hand Kaiser Karl VI., die damals der Tuchmacher-Innung "zu Lengenfeld" den Handel mit Tüchern auf stadtfremden Märkten erlaubte.

Diese Urkunde verlieh den Tuchmachern ein so genanntes Privileg, bis dato war der Handel mit Tüchern fast nur auf Lengenfeld beschränkt. "Ich bezeichne das Privileg sowie die Gründung der Innung 1562 bei Führungen gerne als Knall-Effekte. Sie bilden den Grundstock der Industrialisierung und damit des städtischen Reichtums. Vorher gab es hier ja eher Ackerbürger", erinnert Petzold an die Wurzeln des Lengenfelder Aufstiegs, der auch den Ruf der weltberühmten Lengenfelder Filztuch-Industrie begründete. Heute gibt es mit der an der Polenzstraße ansässigen Filztuchfabrik im Grund nur noch ein Aushängeschild der Branche.

1852, vier Jahre vor dem großen Stadtbrand, war das noch ganz anders. Da gab es 111 Tuchmacher-Meister, drei Tuchfabrikanten, acht Tuchscherer, sieben Kunst-, Waid- und Schönfärber, zwei Wollkämmer, zwei Appreteure, vier Tuchhändler und zwei Wollhändler.
 

 

 
erschienen am 26.07.2010 (von Gerd Möckel )
 
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