Zinsen Eine Werbetafel aus den 1950er Jahren: Zinssätze, von denen heute jeder Sparer nur noch träumen kann.

Foto: Ellen Liebner

Als das Sparbuch noch mit 3,5 Prozent verzinst wurde

VOGTLÄNDISCHE SCHÄTZE (58): Sparkassen-Museum Plauen

Plauen. Schätze aus 150 Jahren Geschichte des Geldwesens werden im Übergang zwischen dem Plauener Rathaus und der benachbarten Sparkasse ausgestellt. Obwohl manche der Geräte noch kein halbes Menschenleben auf dem Buckel haben, so muten sie doch für Kinder des Computerzeitalters wie prähistorische Zeugnisse an. Von einem anderen Stern sind auch die Zinssätze, die in den 1950er Jahren noch für Sparguthaben gezahlt wurden. Eine Werbetafel erzählt davon.

Der Blick in das 1997 eröffnete Museum schweift durch ein Spalier von Maschinen, Dokumenten und Münzen, angezogen von einer beeindruckenden Tresor- und Schließfachanlage. Zu den Ausstellungsstücken gehören Sparbücher und Spardosen, die in den verschiedenen Jahren Verwendung fanden. Die Entwicklung des Geldes vom Taler zur Mark wird durch die anschauliche Präsentation in einer Vitrine gut nachvollziehbar. Von der Zeit der Mechanisierung zeugt ein in der Funktionsweise faszinierendes Arbeitsmittels eines Sparkassenangestellten - die "Borrought"-Additions- und Rechenmaschine mit zwei Rechenwerken. "Schwer wiegende" Kontenbücher geben einen Einblick in die akribische Arbeit eines Kassierers am Ende des 19. Jahrhunderts. Das Museum enthält darüber hinaus weitere Raritäten wie zum Beispiel eine kleine Sammlung von Notgeldscheinen, die nach dem Ersten Weltkrieg als Ersatzgeldscheine in Plauen ausgegeben wurden. (tb)
 





 

 
erschienen am 02.08.2010
 
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