Reichenfels Museum Reichenfels

Foto: Internetauftritt Museum Reichenfels

Museum Reichenfels-Hohenleuben

Reichenfels. Das Museum Reichenfels gehört zu den ältesten Museen Deutschlands. Zum Bestand des Museums gehören die gegenständlichen Sammlungen, das Archiv und die Unterlagen des Vogtländischen Altertumsforschenden Vereins zu Hohenleuben und eine wissenschaftliche Bibliothek.

Da die Sammlungen sich nahezu vollständig und verschont von allen Kriegseinwirkungen und anderen Einflüssen der politischen und historischen Entwicklung in unverfälschtem Zustand im Besitz des Museums befinden, wird die Geschichte und die Traditionen der deutschen Geschichts- und Altertumsvereine am konkreten Beispiel dargestellt und gewürdigt.

Hervorgegangen aus dem "antiquarischen Cabinett" von 1825 umfaßt die Sammlung einen großen Bestand an ur- und frühgeschichtlichen Exponaten - die bedeutendste Sammlung Ostthüringens, desweiteren eine Münz- und Siegelsammlung, sakrale Gegenstände, Kunsthandwerk und handwerkliche und bäuerliche Geräte, eine naturkundliche Sammlung und die wissenschaftliche Bibliothek mit ca. 35 000 Bänden sowie Landkarten und Graphik. Neben den ständigen Ausstellungen werden jährlich drei bis vier Sonderausstellungen gestaltet.
 

Münzsammlung "Münz- und Siegelsammlung"

Foto: Internetauftritt Museum Reichenfels

Der Besucher betritt das Museum im Erdgeschoß und erhält einen Überblick über die Geschichte der Burg Reichenfels (Modell) und über historische Stätten und andere Gebäude im Ortsteil Reichenfels von Hohenleuben. Gezeigt werden dazu Exponate aus dem Besitz früher hier ansässiger Adelsgeschlechter wie Ritterrüstung, Kettenhemd, Helme, Waffen usw. sowie solche der früheren 02030701.jpg (20463 Byte)

Gerichtsbarkeit wie Hals-, Arm- und Beineisen, Daumenschrauben usw. und das Richtschwert der Stadt Schleiz. Sie charakterisieren die weltliche Macht des mittelalterlichen Dienstadels; die andere Seite des mittelalterlichen Lebens repräsentieren Gegenstände aus dem kirchlichen Leben wie ein Taufstein aus Oettersdorf, Taufschale, Abendmahlskelch und Schnitzfiguren aus Kirchen der Umgebung.

Das Alltagslebens im thüringischen Vogtland wird am Beispiele des heimischen Handwerks aus dem 19. Jahrhundert gezeigt. Neben der Landwirtschaft bestimmten die Handweberei und die Zigarrenherstellung als Heimarbeit das Leben der Bevölkerung, desweiteren die Strickerei - hier wird eine Strickmaschine, auf der die für die Gegend (Thüringen/Vogtland) so notwendigen "Kloßsäcke" hergestellt wurden, die unbedingt beim sonntäglichen Kochen der grünen Klöße benötigt wurden, gezeigt. Ein weiterer Berufszweig, der dargestellt wird, ist die Herstellung von Holzpantoffeln und -schuhen; nach 1945 entstand die Sportschuhfabrik Carl Häßner, die qualitativ hochwertige Sportschuhe herstellte und auch Olympiateilnehmer ausstattete.

Vom Erdgeschoß aus hat man einen Blick in die wissenschaftliche Bibliothek, deren ca. 35 000 Bände heimatgeschichtliche Literatur des gesamten deutschsprachigen Raumes umfassen, besonders Werke zur Geschichte, Volks- und Landeskunde des Vogtlandes, speziell der ehemaligen Fürstentümer Reuß und angrenzender Gebiete. Der Bestand entwickelte und entwickelt sich hauptsächlich durch den Schriftentausch mit über 150 Vereinen und wissenschaftlichen Einrichtungen. Als Tauschobjekt gibt das Museums Reichenfels zusammen mit dem Vogtländischen Altertumsforschenden Verein das "Jahrbuch des Museums Reichenfels-Hohenleuben" heraus, mit Themen zur Heimatgeschichte und Naturkunde der Region des reußischen Vogtlandes und benachbarter Gebiete.

 Burgruine Reichenfels Burgruine Reichenfels

Foto: Internetauftritt Museum Reichenfels

Weiterhin gibt es kleinere thematische Sammlungen zur regionalen Sagenwelt, Aberglauben und Brauchtum, zum legendären Bauerngeneral Georg Kresse, einige bibliophile Ausgaben, Klosterhandschriften, Kräuterbücher, Kalender und christliche Literatur. Die Bibliothek ist nicht öffentlich, für Interessenten besteht aber die Möglichkeit zur Nutzung der Bestände nach Absprache.

Das Kellergeschoß wurde in den letzten Jahren vollständig saniert und ist seit Ostern 1999 als ständige Ausstellung und als Schau-Magazin zu besichtigen. In der Ausstellung wird dem Besucher einen Überblick über ausgewählte Bauten im Ort Hohenleuben, so z.B. zum Schloß Hohenleuben, das im Modell zu besichtigen ist und im Jahr 1986 abgerissen wurde oder über Teile der Strafanstalt, gezeigt.

Nicht nur die Ausstellungen im Museum - auch die Außenanlagen sind sehenswert. Reizvoll ist die Burgruine Reichenfels, deren noch erhaltene Mauern aus dem 12. Jahrhundert stammen. Neben dem alten Pächterhaus (heute Gaststätte) und dem Forsthaus (heute Wohnhaus) gehören auch die Reste eines ehemaligen Landschaftsparkes wie das sagenumwobene Sandsteinkreuz und das klassizistische Sandsteintor dazu.

www.museum-reichenfels.homepage.t-online.de

 
erschienen am 06.04.2009
 
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