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Winterliche Wandertouren durchs Vogtland

Das Vogtland hat seinen ganz eigenen Reiz, vor allem in den Wintermonaten. Wer Sachsen und Thüringen besucht, hat eine Fläche von über 1.400 km², um den Vogtlandkreis zu entdecken: zu Fuß, auf Ski oder bei einer Rodelpartie. Aufgrund der Geografie ist das Vogtland optimal für Wanderfreunde, denn es gibt nicht nur ausgedehnte Wiesen und Felder, sondern auch kleinere Hügel und anspruchsvolle Steigungen. Damit ist für Wander-Anfänger oder besonders ambitionierte Wanderfreunde mit Sicherheit die richtige Strecke dabei.

Im Vogtland wandern - der Kammweg bietet viel Abwechslung

Die Auswahl der Wandermöglichkeiten im Vogtland ist enorm. Zu den schönsten und anspruchsvollsten Routen mit mehreren Etappen gehört der Kammweg. Er ist in der Liste der schönsten deutschen Routen genauso zu finden, wie der Malerweg oder der Rothaarsteig.

Auf insgesamt 17 Etappen können Wanderer-begeisterte die Schönheit Sachsens nach Herzenslust genießen und das Kulturreiseland bei mehrtägigen Touren für sich entdecken. Wer möchte, kann der einzelnen Etappen nacheinander abwandern oder sich seine ganz persönlichen Highlights heraussuchen:

  •  Etappe: Geising - Holzhau
  • Etappe: Holzhau - Sayda
  • Etappe: Sayda - Seiffen
  • Etappe: Seiffen - Olbernhau
  • Etappe: Olbernhau - Kühnhaide
  • Etappe: Kühnhaide - Satzung
  • Etappe: Satzung - Bärenstein
  • Die 8. Etappe ist auf dem Kammweg die absolute Königsdisziplin, denn es geht auf über 1200 m hinauf zum Fichtelberg bis nach Oberwiesenthal. Wer möchte, kann natürlich auch weiter wandern oder, denn es gibt noch die Etappen 9-17:

           9. Etappe: Oberwiesenthal - Breitenbrunn
         10. Etappe: Breitenbrunn - Johanngeorgenstadt
         11. Etappe: Johanngeorgenstadt - Weiterglashütte

    Bei der zwölften Etappe verlassen Wanderfreunde das Erzgebirge und kommen endlich in das Vogtland. In der 13. Etappe geht es von Mühlleithen bis nach Schöneck. Die 14. Etappe führt tief ins Vogtland hinein und bietet vor allem Wintersportler den Zugang zu den bekannten Skigebieten. Die 15. Etappe verläuft durch das Burgsteingebiet. Geschichtlich interessierte Wanderer können bei der sechsten Etappe in das ehemalige Sperrgebiet Kemnitztal erkunden und schließlich mit der 17. Etappe von Mödlareuth nach Blankenstein noch einmal ihre Konditionsreserven aktivieren.

    Sagenhafte Ausblicke im Vogtland genießen: ein Traum für alle Naturfreunde

    Das Vogtland hat nicht nur kleine Lüge zu bieten, sondern auch sagenhafte Ausblicke. Einer von ihnen ist der Hohe Stein, der sich ca. 777 Meter Höhe erstreckt. Der Aufstieg mag zwar an einigen Stellen äußerst beschwerlich sein, dennoch lohnt sich der Ausblick und entschädigt für alle Strapazen.

    Wer nach der anstrengenden Wanderung mit dem trefflichen Ausblick belohnt werden möchte, sollte am besten beim Freilichtmuseum Eubabrunn starten. Dort gibt es sogar Parkmöglichkeiten für alle, die mit dem Kfz anreisen. Der Weg zum Aufstieg ist durch die gelbe Markierung nicht zu verfehlen. Durch zusätzliche grüne Zeichen wird der direkte Weg zum Hohen Stein zusätzlich gekennzeichnet. Kondition ist bei diesem Aufstieg in jedem Fall gefragt, denn es geht besonders steil hinauf, quer durch den Wald. Nach einer Wanderung von ca. 45 Minuten erreichen die Naturliebhaber die tschechische Grenze. Nach weiteren Metern befinden sie sich auf einem Forstweg, der den Blick auf die atemberaubende und signifikante Felsenformation preisgibt.

    Insgesamt wegen Wanderer hier 13 km und ca. 250 Höhenmeter zurück. Der Aufstieg dauert, der Kondition, ca. 3-4 Stunden.

    Tipp: der richtige Proviant hilft beim anstrengenden Aufstieg

    Nicht nur Kondition, sondern auch die richtige Verpflegung ist bei längeren und kräftezehrenden Wandertouren besonders wichtig. Es gibt bestimmte Lebensmittel für (sportlich ambitionierte) Wanderer, die in keinem Rucksack fehlen sollten. Dazu gehören:

    • Vollkornprodukte (beispielsweise Brot mit Marmelade oder Käse)
    • frisches Obst/Gemüse
    • Nüsse

    Für einen energiespendenden Snack zwischendurch empfehlen sich auch Fitness- oder Energieriegel. Wichtig ist ebenfalls ausreichend Flüssigkeit, denn beim Wandern verliert der Körper durch die Bewegung und das Spitzen viel davon. Allerdings sollten die Wanderfreunde auch darauf achten, dass der Rucksack nicht zu schwer wird, denn dann kann das Vergnügen für den Rücken durch die zusätzliche Last rasch vorbei sein. Empfehlenswert ist für eine moderate Tour von ca. 3-4 Stunden eine Flasche Wasser. Wer im Vogtland unterwegs ist, findet immer wieder Möglichkeiten an Quellen, um seinen Wasservorrat aufzufüllen.

    Winterliches Flair im Vogtland erleben: Schwibbögen und traditionelles Handwerk entdecken

    Die winterliche Wanderung durch das Vogtland hat ihren ganz besonderen Reiz, vor allem wegen der traditionellen Handwerkskünste. In Johanngeorgenstadt beispielsweise können Wanderfreunde das Wahrzeichen der Region bestaunen: den Schwibbogen. Er ist der größte freistehende Bogen seiner Art weltweit und wurde feierlich am 15. Dezember 2012 beim gleichnamigen Schwibbogenfest eingeweiht. Die Maße und Daten sind beachtlich:

    • 25 m breit
    • 14,5 m hoch
    • 700 t Stahlbeton sowie 15 t Edelstahl verbaut

    Um diese Schönheit zu entdecken, können Wanderer beispielsweise von Breitenbrunn bis Johanngeorgenstadt gehen und auf dem Weg sogar die Loipen der für den Skisport bekannten Region die Lupe nehmen.

    Hoch hinaus um Klingenthal: ein Wanderparadies auch im Winter

    Die Stadt Klingenthal ist mit ihren über 9.000 Einwohnern vor allem wegen der tollen Wander- und Wintersportmöglichkeiten bekannt. Durch die Austragung des Ski-Weltcups kommen auch immer mehr internationale Touristen in die Stadt im Vogtland.

    Wer möchte, kann die Stadt auf dem Rundweg erkunden und den Blick aus luftiger Höhe genießen. Insgesamt 50 Kilometer lang, erstreckt sich der Weg auf einer Höhe zwischen 800-900 Metern, sodass etwas Kondition gefragt ist. Regelmäßige Pausen versüßen allerdings den Aufstieg, denn der Blick auf die Stadt und die winterliche Landschaft macht Lust auf das Weitergehen. 
    Die Strecke bietet unzählige Aussichtspunkte mit Blick auf:

    • Kamerum
    • Dreihöf
    • Gösselberg 
    • Pudelmützhäuser

    Der Aschberg lockt mit seinen 936 m Wanderfreunde auf seinen Gipfel und führt vorbei an urigen Wirtschaften und typischen Häusern mit Holzverschlag. Der Aussichtsturm Otto-Hermann-Böhm auf dem Gipfel bietet einen sagenhaften Blick auf das Umland und entschädigt für so manchen Stolperstein.

    Wanderer und Skilangläufer unter sich: die Kammloipe ist ein Muss

    Wer nicht nur Spaß an winterlichen Wanderungen hat, sondern auch auf Ski stehen möchte, findet dazu im Mittelgebirgsraum und dem Vogtland unglaubliche Möglichkeiten. Die Kammloipe erstreckt sich auf 36 km und ist für Anfänger und ambitionierte Skilangläufer gleichermaßen geeignet.

    Mit dem Startpunkt in Schöneck und dem Endpunkt in Johanngeorgenstadt bietet sich den Langläufern ein imposantes winterliches Bild, was sondergleichen sucht. Verschneite Baumwipfel, Schneeverwehungen und verwunschene mit Schnee bedeckte Dächer - ein Traum, nicht nur für Romantiker. Die Region gilt als äußerst schneesicher, denn hier die Höhenlage gibt es her: zwischen 850 und 950 Meter.

    Freuen dürfen sich die Langläufer auf gut präparierte Loipen und eine optimale Ausschließung. Wer möchte, kann sogar ohne Kfz anreisen, denn es gibt Busverbindungen aus dem Umland, die extra in den Wintermonaten eingerichtet werden.

    Wanderer-Tipp um Schöneck

    Schöneck ist auch im Winter für Wanderer ein Genuss. Wer möchte, kann ca. 20 Kilometer rund um Schöneck laufen und sich dabei durch die weißen Impressionen des Vogtlandes den Bann ziehen lassen. Optimal als Startpunkt ist der IFA Ferienpark Hohe Reuth. Von hier aus geht es entlang der Straße in Richtung Klingenthal und weiter zur Talsperre Muldenberg. Dort angekommen können Wanderfreunde ein wenig verweilen, um dann den Rückweg über Kottenheide und den Kirchsteig anzutreten.

    Schöneck "Alter Söll" - direkt mit Geschichte beginnen

    Gleich zu Beginn der Winterwanderung lohnt sich ein Abstecher zum "Alten Söll" in Schöneck. Er ist besonders geschichtsträchtig und bedeutend für die Region, denn hier befand sich ein bis zum 17. Jahrhundert die Burg Schöneck. Auf über 730 m Besucher einen ersten Blick auf die Schönheit des Vogtlandes werfen und die Stadtkirche St. Georg von oben sehen. Gut erkennbar auch der eigentliche Ausgangspunkt mit dem Parkplatz, dass IFA Ferienhotel Hohe Reuth. Die markante Dreiecksform ragt über den Wipfeln der Bäume hinweg und zeigt, wohin die Wanderung in den nächsten Stunden gehen wird.

    Der Aufstieg zum "Alten Söll" ist über eine Treppe ganz einfach möglich. Allerdings gilt es hier, gerade bei eisigen Temperaturen auf festen Tritt zu achten, denn die Metallstufen könnten durch Eis etwas rutschig sein. Zum Glück gibt es ein Geländer, der Aufstieg zum Aussichtspunkt ohne Schwierigkeiten gelingt.

     
    erschienen am 09.11.2020
     
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