Eingebettet in die herrliche Gebirgslandschaft des Naturparks Erzgebirge/Vogtland liegt das Wanderparadies Klingenthal. Eingebettet in die herrliche Gebirgslandschaft des Naturparks Erzgebirge/Vogtland liegt das Wanderparadies Klingenthal.

Foto: © Luisa Rossmeisel/Tourist-Info Klingenthal

Wandertipp: Ein Wanderparadies mit Qualität - Höhensteig Rundweg Klingenthal

Die 9000 Einwohner zählende Stadt im vogtländischen Musikwinkel machte sich bisher besonders als Musik- und Wintersportzentrum einen Namen. Die neueste Attraktion der Stadt, die hypermoderne Großschanze in der Vogtland Arena am Schwarzberg, zieht tausende Besucher in ihren Bann. Als Weltcup- Austragungsort und Bundesstützpunkt der Olympioniken in der Nordischen Kombination wird Klingenthal auch von sportlich ambitionierten Touristen geschätzt.

Klingenthal - ein Wanderparadies mit Qualität

Die Wintersporthochburg Klingenthal ist auch ein Wanderparadies mit Qualität.

Der Rundweg auf den Höhen um Klingenthal gehört zu den drei Qualitätswegen auf Klingenthaler Gebiet, die die anspruchsvollen Kriterien für einen "Qualitätsweg Wanderbares Deutschland" erfüllen.

Der 50 Kilometer lange Höhensteig, der fast ausschließlich auf den 800 bis über 900 Metern ansteigenden Gebirgszügen des oberen Vogtlandes verläuft, zeichnet sich durch ungewöhnlich viele Aussichtspunkte und landschaftliche Schönheit aus. Zum Teil verläuft er unmittelbar an der Grenze zum benachbarten Tschechien und kreuzt viele andere Wanderwege rund um die "klingenden Täler". So bieten sich  verschiedene Rundtouren und Abstecher auch auf die böhmischen "Nachbarberge" an. Für einen kulinarischen Wanderstopp erwarten Sie zahlreiche Gasthäuser mit der bekannt vogtländischen Gastfreundschaft. 

Die landschaftlichen Reize, beeindruckenden  Ausblicke, die schönsten Sehenswürdigkeiten und Freizeiteinrichtungen entlang des Weges bieten ein unvergessliches Wandererlebnis!

Wegbeschreibung

Symbolträchtige Wahrzeichen der Musik- und Wintersportstadt Klingenthal sind das Rathaus und die Rundkirche "Zum Friedefürsten", die sich oberhalb des Marktplatzes befinden. Vom Stadtzentrum aus sind es nur wenige Schritte zum Einstieg in den Rundweg: Die Strecke beginnt mit der Überquerung der Auerbacher Straße (B283) und mündet dann in die Dietrich-Bonhoeffer-Straße. Hier verlässt der Kurs die Straße und führt über einen Wiesensteig hinauf auf den Körnerberg. Wiesen, kleine Baumgruppen aus Buchen, Birken und Ahorn wechseln sich großzügig ab und ein Blick über die Schultern zurück eröffnet ein Panorama mit verschiedenen Ansichten der Stadt: im Tal die sich den Füßen der Berge anpassende Häuserreihen entlang der Verkehrswege auf den Bergrücken werden  weite Flächen von Fichtenwald abgelöst.

Im Wechsel von An- und Abstieg kommt man über den Kamerum, Dreihöf, Gösselberg und Pudelmützhäuser auf den Kammweg. Der Name ist Programm, führt die Strecke doch hoch droben dort entlang, wo Sachsen und Böhmen sich die Hand reichen: Linker Hand der steile Hang in Richtung der Stadtgebiet, rechter Hand welliges Land das in einigen Kilometern Ferne in das tschechische Nachbarörtchen Bublava/ Schwaderbach mündet.

Grenzlenlose Ausblicke vom 936 Meter hohen Aschberg

Der Rundweg aber hat bereits die nächste Höhe im Visier, den 936 Meter hohen Aschberg. Die Grenzstraße und die Aschbergstraße führen den steilen Berg hinauf, vorbei an gemütlichen Wohnhäusern mit typischen Holzverschlag und einladenden Gastwirtschaften. Bevor man dem Höhensteig weiter folgt, lohnt sich ein kurzer Abstecher zum Aussichtsturm "Otto-Hermann-Böhm" auf dem Gipfel des Aschberges.

Der Höhensteig unterdessen folgt dem Hirschlecken- und Glashütterweg bis in den Ortsteil Mühlleithen, der als Ausgangspunkt zahlreicher Sportwettkämpfe internationale Bekanntheit erlangt hat. So führt auch der Rundweg über die Loipenbrücke, vorbei an den Flächen des winterlichen Skistadions. Auf der benachbarten Sommerrodelbahn ist eine rasante Schlittenfahrt auch in der schneefreien Zeit des Jahres möglich.

Der Weg wendet sich jetzt in Richtung Süden, zurück nach Klingenthal. Vorbei geht die Strecke am unteren Floßteich und folgt weiter dem Floßgraben, wo einst durch ein System von Wassergräben schwere Holzstämme nassen Fußes sicher ins Tal bewegt wurden. Ein Abzweig führt in das Steinbachtal, wo sich Granit und Phyllit auf einem wildromantischen Naturlehrpfad- der "Radiumquelle"- vereinigen. Der Rundweg folgt  allerdings dem Bergrücken und erreicht schließlich den Standort der ehemaligen Aschbergschanze. Nächste Ziele sind der Mittelberg mit seinen Aussichtsmöglichkeiten und das sehenswerte Aboretum im Forstwinkel. Ein weiterer  Höhepunkt am Weg ist  die Vogtland Arena. Die Großschanze (K125) gilt als eine der modernsten Großschanzen der Welt und ist Sommer wie Winter Schauplatz bedeutender sportlicher und kultureller Events. Zugleich ist die Schanze ein Symbol für die mehr als 100-jährige Geschichte des Nordischen Skisports in Klingenthal.

Der Rundweg führt weiter über die Alberthöhe wo sich der Blick auf die Stadt mit ihrem klangvollen Namen eröffnet. Böhmische Exulanten brachten einst das Wissen des Geigenbaus in das von Bergen umgebene Tal und machten daraus eben jenes "klingende Tal - Klingenthal", dessen mehr als 150 Jahre andauernde Tradition des Handzuginstrumentenbaus der Stadt Weltruf verlieh. Vorbei am Tierpark auf der Richard -Wagner-Höhe geht es dann hier scharf rechts den Hang hinunter zum Freibad und zum Campingplatz Dürrenbach.

Steiler Knockweg verlangt Kondition

Nach dem Meiselteich wendet man sich wieder stadtwärts, um oberhalb des Neubaugebietes "An der Huth" vorbei, hinunter ins Klausenbachtal zu wandern. Der steile Knockweg verlangt noch einmal Kondition, ehe man über den Herrenberg zum Hammerplatz nach Zwota kommt. Ein Abstecher in das Harmonikamuseum Zwota ist ein "Muss" für alle musikalisch interessierten Wanderer. Über 1000 Instrumente aus der Klingenthaler und Zwotaer Produktion von Akkordeons und Harmonikas sind dort ausgestellt.

Vom Ortszentrum Zwota führt die Route über den Alten Weg und der Schieferbergstraße, der historischen Verbindung nach Kottenheide, steil bergauf zu den Ausläufern der Schönecker Landstufe. Der Weg bietet Ausblicke auf das Glasbachtal sowie das Zwotatal  - bis hinein nach Klingenthal. Nach einer Strecke durch einen Fichten-Buchen-Mischwald wird die "Reith" erreicht, eine einst landwirtschaftlich genutzten Hochfläche.

Über den Sammerberg als weiteren Aussichtspunkt geht es dann zunächst hinab in das Tal des Zechenbaches, einem alten Bergbaugebiet,  und am Gegenhang hinauf auf den Schlosserberg, der in einer Höhenlage von 721 Metern erreicht wird. Von dort bietet sich der Ausblick auf das obere Zwotatal und das Tal des Raunerbaches sowie den Hohen Brand (805 Meter).

Vorbei an den Häusern der 1937 eingeweihten Bergsiedlung geht es hinab ins Tal und am Ferienhotel Zwotatal vorbei steil den Nordhang des Hohen Brand hinauf - bis an die von der Gopplasgrüner Höhe kommende Waldstraße. Von dort führt der Weg nach links bis zur Erlbacher Jagdhütte, deren Vorraum für eine Rast genutzt werden kann.  Der von dort in Richtung Wegspinne führende Kammweg war bei der Deutschen Skimeisterschaft 1929 ein Abschnitt der Laufstrecke bei der Entscheidung um die Staffelmeisterschaft.

An der Wegspinne biegt die Route nach links ab in Tal des Hüttenbaches, dessen oberer Teil seit 1961 ein Naturschutzgebiet ist. Vorbei an zwei Stauweihern aus den 1930er Jahren geht es weiter zu den Waldhäusern, einer 1875 ursprünglich für Waldarbeiter angelegten Siedlung. Von dort bietet sich erneut ein imposanter Ausblick auf das Zwotatal. Kurz bevor wieder das Ortszentrum von Zwota erreicht ist, führt der Weg an längst stillgelegten Brüchen vorbei, in denen zwischen 1820 und 1857 Dachschiefer abgebaut wurde.

Der Weg führt weiter entlang des Friedhofes am Nordhang des "Döhlerwaldes" mit faszinierenden Stadtansichten bis zum Rastplatz nahe der tschechischen Grenze. Von dort aus kann man das Berg-Panorama des bereits erwanderten "Höhensteiges" noch einmal mit einer beeindruckenden Aussicht Revue passieren lassen. Über einen Wiesenpfand, der steil bergab führt, erreicht man schließlich wieder das Stadtzentrum.  Wer den Tag noch nicht beenden will, sollte sich für einen Besuch im nahegelegenen Musik- und Wintersportmuseum entscheiden. Dort erfährt man alles über die jahrhunderte alte Tradition des Musikinstrumentenbaus und der 100-jährigen Skisportgeschichte Klingenthals.

Der "Höhensteig" Rundweg Klingenthal bietet neben seiner Naturbelassenheit und landschaftlichen Schönheit dem Wanderer auch ein unvergessliches Kulturerlebnis mit dem Blick auf die schönsten Freizeiteinrichtungen der Stadt Klingenthal.

 

(Quelle: Tourist-Info Klingenthal)

 

 
erschienen am 06.05.2021
 
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