Radweg Eine der wenigen Steigungen des Asphaltbandes bei Untermarxgrün. Rund 250 Radler waren zur Eröffnung schon unterwegs.

Foto: Harald Sulski

Neuer Radweg auf altem Bahndamm in Falkenstein

Der erste Eindruck - großartig! Eine echte Radautobahn. Nirgendwo im Vogtland rollt es leichter, bekommt man ohne größere Mühen mehr Geschwindigkeit. Die Fahrt von Falkenstein nach Oelsnitz - immerhin 22 Kilometer - wird so zum Klacks. Auch ungeübte Radler (dazu zähle ich mich nicht) schaffen die Tour locker in zwei Stunden. Die Strecke geht stellenweise so kerzengerade dahin, dass selbst Inlineskater Top- Bedingungen vorfinden. Radler sollten deshalb nicht gar zu sorglos in die Pedale treten, um keine Unfälle heraufzubeschwören. Eine längere Steigung gibt es: auf den Streuberg aus Richtung Falkenstein nach Bergen. Die gesamte Strecke ist für Kinder oder auch mit einen Rad-Anhänger problemlos befahrbar.

Tino Beyer, Hobby-Radfahrer und Reporter der "Freien Presse" hat den Weg getestet.

Foto: Harald Sulski

Was den Weg auszeichnet, sind ungewohnte neue Perspektiven - auch für Einheimische. Ich wusste an verschiedenen Stellen nicht mehr, wo ich war und suchte Kirchturmspitzen als Anhaltspunkt. Zwischen Lottengrün und Falkenstein durchstreifen Radler eine stille Landschaft - Wald, Wald und nochmals Wald. Nach Lottengrün ist das Gelände offener und erlaubt auch einige Ausblicke in die Umgebung. Sehenswürdigkeiten bietet indes die gesamte Strecke nicht. Der Weg ist das Ziel - darüber sollten sich Radler auf jeden Fall klar sein.

Und da sind wir bei den kleinen Schwächen des Weges. Er liegt mancherorts noch etwas nackig in der Landschaft. Es ist ein bisschen wie bei einem neuen Einfamilienhaus: Das Umfeld muss noch wachsen und mit Leben erfüllt werden. Darin liegt die Herausforderung von den Anrainer-Orten und Tourismus-Unternehmern. Anfang und Ende sind keine echten Ziele. Der Weg beginnt so überraschend wie er endet.



Foto:

Allerdings soll an dieser Stelle nicht das Haar in der Suppe gesucht werden. Radbegeisterte Vogtländer haben sich längst überlegt, wie das perfekte Asphaltband in eine größere Tagestour eingebunden werden kann. Auch ich habe mir diese Gedanken gemacht und an einer Vogtland-Runde gebastelt. Die Runde wirkt für Durchschnittsfahrer riesig - ist aufgrund des perfekten Radweges jedoch gut machbar.

Wer nur schnuppern will, dem empfehle ich Lottengrün als Ausgangspunkt. In der Mitte gelegen, kann man in beide Richtungen fahren - und Blut für mehr lecken. Da bin ich mir sicher.

 
(Von Tino Beyer)
 
Kommentare
1
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  • 04.12.2014
    04:34 Uhr

    aussaugerges: Ist es denn nicht möglich in Bergen weiter auf den Bahndammzu fahren?

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