Die Göltzschtalbrücke ist immer einen Besuch wert. Vor allem, wenn man eine gute Kamera im Gepäck hat und das Wetter mitspielt.

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Fotoreisen ins Vogtland - Die schönsten Orte und Motive

Fotografieliebhaber aufgepasst! Das Vogtland ist ein optimales Reiseziel, um atemberaubende Landschaftsaufnahmen zu machen, spektakuläre Sonnenauf- und untergänge einzufangen und interessante Menschen vor die Linse zu bekommen. Doch wer noch nie im Vogtland war, weiß sicherlich nicht, welche Orte sich besonders lohnen. Einen Fotografiereiseratgeber für die Region gibt es unseres Wissens nach nicht. Daher dachten wir uns, dass wir diese Rolle mal für alle Interessierten übernehmen, auch, wenn wir natürlich nicht alles aufgreifen können, daher haben wir die unserer Meinung nach für Fotografen geeignetsten, schönen Orte und Motive des Vogtlands einmal zusammengetragen. 

Warum den Vogtlandbesuch als Fotoreise gestalten?

Im Vogtland lassen sich unzählige Fotomotive finden, die im Grunde danach schreien, als Abzüge ins eigene Reisetagebuch oder gar gerahmt ins Wohnzimmer an die Wand zu kommen. Der "FotoClub" Vogtland macht es seit einigen Jahren vor. Amateurfotografen des Clubs haben begeisterte Fotoliebhaber letztes Jahr schon in einer Ausstellung davon überzeugt, dass das Vogtland so einiges zu bieten hat. Die Besucher wurden auf einen fotografischen Streifzug durch die natürlichen Schönheiten des Vogtlandes im Wandel der Jahreszeiten mitgenommen. Dabei stand die Natur im Mittelpunkt, doch auch Bewohnerinnen und Bewohner des Vogtlandes, die Architektur und anderes typisch Vogtländisches wurde gezeigt.

Mit hochwertigen Fotografien gerade deutscher Landschaften und Städte lässt sich übrigens nebenher auch ein wenig Geld verdienen. Denn der Stockfotomarkt ist vorwiegend von internationalen Fotografen bedient - deutsche Motive, wie etwa Panoramen des Vogtlandes, finden sich seltener. Wer vorhat, einige tolle Aufnahmen als Stockfotos online zu stellen, sollte sich aber vorher genau zu den rechtlichen Aspekten informieren. Gerade bei Personenfotos gibt es einige spezifische Regeln und Gesetze, die man kennen und stets beachten sollte.

Die schönsten Orte und Motive im Vogtland

Die größten Ziegelsteinbrücken der Welt

Keine dreißig Autominuten voneinander entfernt liegen im Vogtland die beiden größten Ziegelsteinbrücken der Welt. Richtig gehört: Keine andere Ziegelsteinbrücke weltweit kommt an die Nummer 1, die Göltzschtalbrücke oder die Nummer 2, die Elstertalbrücke ran.

Für viele ist die Göltzschtalbrücke DAS Wahrzeichen des Vogtlandkreises. Es handelt sich bei der Brücke um ein Viadukt mit insgesamt 98 Bögen. Die Brücke ist 78 Meter hoch und 574 Meter lang. Sie überspannt zweigleisig auf der Bahnstrecke Leipzig-Hof das Tal der Göltzsch zwischen den Orten Reichenbach (Ortsteil Mylau) und Netzschkau.

Die Elstertalbrücke muss sich aber auch nicht verstecken. Sie ist mit ihren 68 Metern Höhe nur zehn Meter kleiner, als ihr großer Bruder und ist ebenfalls Teil der Bahnstrecke Leipzig-Hof. Außerdem führt unter ihr die Elstertalbahn hindurch.

Im Jahr 1846 begann die Sächsisch-Bayerische Eisenbahn-Compagnie mit dem Bau der beiden Bogenbrücken. Im folgenden Jahr übernahm die Sächsisch-Bayerische Staatseisenbahn den Weiterbau. Am 15. Juli 1851 wurden schließlich beide Brücken gleichzeitig fertiggestellt. Die Brücken eignen sich daher alleine schon in ihrer Funktion als zwei der ältesten Zeugen der Eisenbahngeschichte in Deutschland als tolles Fotomotiv. Zu jedem Bild der beeindruckenden Brücken kann deren Geschichte erzählt werden.

Die Talsperre Pöhl - Das "Vogtländer Meer"

Fast um die Ecke der Elstertalbrücke liegt die Talsperre Pöhl. Alleine der Spitzname der Talsperre - "Vogtländer Meer" - verrät, dass es sich hier um ein beliebtes und schönes Gewässer handelt. Die drittgrößte Talsperre Sachsens bildet einen Stausee, der in den warmen Monaten nicht nur etlichen Badegästen als Zufluchtsort vor der Hitze dient. Der schöne See wird vielmehr auch zum Segeln, Tauchen und für die Schifffahrt genutzt. An den Ufern befinden sich ein Campingplatz und viele Hotspots für diverse Freizeitaktivitäten, wie auch ein Kletterpark und ähnliches.

Blick über die Talsperre Pöhl - Ein wunderbares Panoramenmotiv. stock.adobe.com © Animaflora PicsStock (DATEI-NR.: 301822082)

Schöne Fotomotive finden sich rund um die Talsperre eigentlich überall. Wer das Vogtländer Meer in seiner ganzen Pracht einfangen möchte, kann es mit einem Blick vom Julius-Mosen-Turm auf dem Eisenberg versuchen. Nicht nur ist die Aussicht von dessen Spitze auf die Talsperre fantastisch, der Turm selbst eignet sich ebenfalls als Fotomotiv. Der Backsteinturm steht hier nämlich auch schon seit über 100 Jahren und versprüht ordentlichen Rittercharme.

Möglichst nah am Wasser ist man mit einer Schifffahrt über den Stausee der Motorschiffe "Pöhl" und "Plauen". Hier kann das Vogtländische Meer eingefangen oder die Uferlandschaft vom Wasser aus abgelichtet werden. Schiffahrten werden auch als Kombitickets mit einer einstündigen Flugshow in der nahegelegenen Falknerei Herrmann angeboten. Wer also noch ein paar Greifvögel und Eulen hautnah erleben und vor die Linse bringen möchte, hat hier die beste Gelegenheit.

Die Drachenhöhle in Syrau

Sachsens einzige Tropfsteinhöhle findet sich ebenfalls im Vogtland, genauer in Syrau. Die Drachenhöhle Syrau, ebenfalls nicht weit weg von der Elstertalbrücke und dem Vogtländer Meer, wurde erst im Jahr 1928 bei Bergbauarbeiten entdeckt. Sofort war beschlossen, dass es sich bei der Tropfsteinhöhle um den ehemaligen Hort des Drachen handeln musste, der in der lokalen Folklore angeblich zur Zeit der Christianisierung in der Gegend sein Unwesen getrieben hat. So kam auch der Name der Tropfsteinhöhle zustande, die heute auf einem 300 Meter langen Spaziergang von Groß und Klein bestaunt werden kann.

Dieser 300 Meter lange Gang in die Höhle dürfte sich gerade für Fotografiefreunde deutlich länger anfühlen. Denn ständig gibt es irgendwo in den alten Felsen etwas zu entdecken, was auf einem Bild festgehalten werden will. Damit die Fotos hier auch gelingen, sollten natürlich einige Tipps zum Fotografieren in dunklen Räumlichkeiten beachtet werden. Besonders wichtig:

  • Bestenfalls auf manuelle Belichtung wechseln und ersatzweise die Zeitautomatik verwenden, also eine Blendenvorwahl bei automatischer Belichtungszeit
  • Den manuellen Fokus aktivieren, da der Autofokus bei Dunkelheit und schwachen Kontrasten nicht selten überfordert ist
  • Lichtstarke Optiken benutzen
  • Die Empfindlichkeit des Sensors zur Vermeidung von Rauschen verringern. Die Automatik des Sensors der ISO Einstellung abschalten. Je nach Qualität und Größe des Sensors sind maximale ISO-Werte von 400 bis 800 zu empfehlen

Der Eintritt in die Drachenhöhle kostet für Erwachsene übrigens 8 Euro. Wer fotografieren möchte, muss sich vor Ort mit einer zusätzlichen Gebühr eine Fotoerlaubnis erwerben.

Wildromantik im Triebtal

Wer nach dem Höhlenbesuch wieder in die Natur möchte, macht sich am besten auf eine Tour durch das Naturschutzgebiet Triebtal/ Eisenberg auf. Auf einer Länge von etwa zwei Kilometern durchbricht die Trieb, ein kleiner Fluss, das widerstandsfähige Diabasgestein des gefällereichen und felsigen Engtals. So konnte eine schluchtenartige Talformation entstehen, in der heute eine artenreiche Tier- und Pflanzenwelt zu finden ist. Am linken Flussufer der Trieb verläuft ein naturbelassener Wanderweg, der sich für einen Ausflug mit der Kamera optimal eignet.

Rechts und links des Ufers der Trieb können außerdem imposante Felswände abgelichtet werden. Auch der sagenumwobene Loreleyfelsen mit seinen knapp 60 Metern Höhe findet sich hier. Von dort oben hat man einen fantastischen Blick auf das Triebtal sowie die Elstertalbrücke und den ebenfalls bereits erwähnten Julius-Mosen-Turm.

Das Triebtal in mystischem Licht - ein ganz besonderer Ort. stock.adobe.com © A.N.Foto (DATEI-NR.: 166888188)

Besonders geheimnisvoll und für Fotos wie geschaffen sind die mit Moos bewachsenen Felsbrocken im Flusslauf der Trieb. Im unteren Abschnitt des Tals, wenn morgens die Sonne durch die Nebelschwaden über dem Wasser dringt, wirken die kleinen Wasserfälle wie aus einer anderen, fantastischen Welt.

Weitere Motive finden: Miniaturschauanlage Klein-Vogtland

Wer die vorgeschlagenen Orte bereits abgeklappert hat und schon einige Motive einfangen konnte, aber noch immer nicht genug vom Vogtland hat, der kann sich in der Miniaturschauanlage Klein-Vogtland noch kreative Inspiration holen. Die Parkanlage in Adorf stellt nämlich originalgetreue Miniaturmodelle von Sehenswürdigkeiten des Vogtlands aus. Die Modelle sind im Maßstab 1:25 oder 1:100 in einen botanischen Garten eingebettet. 
Neben dem Eingangsgebäude zur Drachenhöhle sowie der Göltzschtalbrücke finden sich hier etwa auch

  • die Holländerwindmühle in Syrau,
  • die Stadt Plauen samt Altem Rathaus, St. Johanniskirche und Nonnenturm sowie dem einzigen erhaltenen Turm der Stadtmauer,
  • der Aussichtsturm auf dem Kapellenberg,
  • der Ort Krásná,
  • das obere Schloss Greiz
  • sowie die Rundkirche Klingenthal.

Im an das Miniaturland angrenzenden, rein botanischen Garten von Adorf können anschließend auch noch einige Makroaufnahmen von Pflanzen aus aller Welt gemacht werden. Am schönsten ist es hier selbstverständlich im Frühling und im Sommer, wenn viele der Kräuter und Pflanzen in bunten Farben blühen.

 
erschienen am 09.11.2020
 
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