Bombenteppich Dieser "Bombenteppich", von Künstler Peter Luban aus Originalsplittern zusammengefügt, soll im Plauener Luftschutzmuseum die Schrecken des Bombenkrieges verdeutlichen.

Foto: Ellen Liebner

Unter der Erde wird die Erinnerung wachgehalten

Plauen. Sie sind rostig, aber immer noch teuflisch scharf - aus Bombensplittern, die in den letzten Kriegsmonaten 1944/45 durch Plauens Straßen fegten, hat der Künstler Peter Luban einen "Bombenteppich" geschaffen. Zum Jahrestag des schwersten Angriffes, am 10. April, soll er im Luftschutzmuseum am Hang unterhalb des Schlosses offiziell eingeweiht werden. Wer das Metall sieht, kann erahnen, was die Menschen bei den Angriffen durchmachten. "Alle Splitter stammen aus Plauen", erklärt Gert Müller, Vorsitzender des Vogtländischen Bergknappenvereins. Immer noch gebe es unzählige im Boden der Stadt. Eine andere Installation mit Teilen einer 5-Zentner-Bombe und einem durch Splitter zerfurchten Stück Straßenpflaster macht die Explosionskräfte sichtbar.

Eindrucksvollstes Ausstellungsstück ist das Museum selbst: Der Bierkeller der Gaststätte Meyerhof diente bis zu 200 Menschen als Luftschutzraum. Die ins Diabas-Gestein getriebenen Stollen widerstanden den furchtbarsten Erschütterungen, während draußen die gesamte Innenstadt in Schutt und Asche gelegt wurde, auch vom Meyerhof blieb nichts mehr. Zu sehen ist eine Filteranlage, die damals für Frischluft sorgte, selbst die Tür des Museums ist ein Original - allerdings stammt sie vom Oberen Bahnhof. "Was damals geschah, darf nie vergessen werden", mahnt Gert Müller.
 

 

 
(vom Bernd Appel )
 
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