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Klingenthaler Museum verbindet Musik- und Wintersportgeschichte

Das Musik- und Wintersportmuseum zeigt Musikinstrumente und Dokumente zur Geschichte des vogtländischen/westböhmischen Musikinstrumentenbaus sowie Exponate zur Entwicklung des Wintersports im Gebiet "Klingenthal/Aschberg-Mühlleithen".

Im ersten Ausstellungsteil werden dem Besucher die wirtschaftlichen, produktionstechnischen und sozialen Zusammenhänge im Musikinstrumentenbau-Gewerbe der hiesigen Region verdeutlicht, das hier von Beginn an grenzüberschreitend zwischen Sachsen und Böhmen wirkte.

Der Grundstein für den Musikinstrumentenbau im sächsischen Vogtland wurde von böhmischen Geigenbauern gelegt, die sich hier ansiedelten, da sie in der Zeit des Dreissigjährigen Krieges ihres protestantischen Glaubens wegen aus den katholischen Gebieten vertrieben wurden. In der Ausstellung ist das Siegel der Klingenthaler Geigenmacherinnung zu sehen, die 1716 von den Nachkommen der böhmischen Exulanten gegründet wurde.

Nachdem sich im 18. Jahrhundert die Herstellung von Geigenbögen und Saiten etablierte, solgte die Fertigung von Holz- und Blechblasinstrumenten. In der Ausstellung wird unter anderem auch die historische Werkstatt eines Blockflötenmachers gezeigt.

Bedeutsam für die Entwicklung des Gebietes um Klingenthal war jedoch die Einführung der Harmonikaproduktion im 19. Jahrhundert. Seit 1829 werden Mundharmonikas und seit 1852 Handharmonikas, das spätere Akkordeon, in Klingenthal gefertigt.

Die älteste Mundharmonika, die sich im Museumsbesitz befindet, ist von 1875 mit einem Mundstück aus Elfenbein und beweglichen Schalldecken. Eine Rarität ist auch die 1,50 Meter lange Mundharmonika der Firma A.A. Schlott aus Klingenthal, welche von vier Personen gespielt wurde.



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Der zweite Ausstellungsteil umfasst die Geschichte des Wintersports im Klingenthaler Gebiet. Oberlehrer Erwin Beck begründete hier den Skilauf, indem er im Jahre 1886 von einem Klingenthaler Handwerker ein Paar Skier bauen liess. 1893 gab er den ersten Unterricht im Skilaufen.

Im Museum sind Einrichtungsgegenstände und Werkzeuge aus der einstigen Werkstatt des Skibauers Carl Dörfel aus dem Klingenthaler Ortsteil Brunndöbra dargestellt. Anfang des 20. Jahrhunderts begann sich der Skisport organisiert zu entwickeln und es gründeten sich im Klingenthal-Aschberggebiet und Mühlleithen Wintersportvereine. Die erste grosse Sprungschanze im Territorium wurde 1924 eingeweiht. Unter den Exponaten befinden sich mehrere Schanzenmodelle im Massstab 1:135, darunter auch die legendäre Aschbergschanze.

In der Ausstellung kann der Besucher auch die Medaillen und Pokale der erfolgreichen Klingenthaler Skisportler Harry Glassund Henry Glass bewundern.

Ein Höhepunkt im Musik- und Wintersportmuseum ist jährlich die Weihnachtsausstellung mit historischem Spielzeug, erzgebirgischem Kunsthandwerk, musikalischen Darbietungen, Vorführungen der Schnitz- und Klöppelkunst, Weihnachtbäckerei.

Service

Musik- und Wintersportmuseum Klingenthal
Schlossstrasse 3

08248 Klingenthal

Telefon: 03 74 67 / 6 48 27
Fax: 03 74 67 / 6 48 25

Email: touristinfo@klingenthal.de

 

 
 
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