ZDF-Wissenschafts-Redakteurin und Buchautorin Hildegard Werth und Konrad Stahl, Chef des Vereins Deutsche Raumfahrtausstellung ZDF-Wissenschafts-Redakteurin und Buchautorin Hildegard Werth und Konrad Stahl, Chef des Vereins Deutsche Raumfahrtausstellung, im Trainingsmodul der MIR-Raumstation, in dem sich auch Thomas Reiter einst selbst auf den ersten seiner beiden Raumflüge vorbereitete.

Foto: Eberhard Mädler

Liebeserklärung ans Vogtland

Wissenschafts-Journalistin stellt Buch über Thomas Reiter vor

Eine Liebeserklärung besonderer Art hat Morgenröthe-Rautenkranz von Hildegard Werth, Wissenschafts-Journalistin beim Zweiten Deutschen Fernsehen (ZDF), erhalten. "Ich habe noch nie einen poetischeren Ortsnamen gehört", erklärte die Saarbrückerin bei ihrem jüngsten Besuch im Vogtland: "Zuhause im tiefsten Westen Deutschlands, gehört dieses Dorf im Osten für mich zu den eindrücklichsten Entdeckungen nach der Wiedervereinigung."

Aufmerksam durch "Kältepol"

Aufmerksam wurde die studierte Germanistin und Soziologin auf Morgenröthe-Rautenkranz zunächst durch die oftmalige Nennung als "sächsischer Kältepol" in den Wetternachrichten des Fernsehens. Dass es außerdem der Geburtsort des ersten deutschen Raumfahrers ist, begriff sie bei ihrer ersten Begegnung mit Sigmund Jähn. Das war 1994 im kasachischen Baikonur gewesen, von wo russische Raketen ins All abheben. Werth: "Er schwärmte von seiner schönen Heimat und erzählte über die vielen Kosmo- und Astronauten, die sich dort alljährlich zu den Raumfahrttagen tummeln."

Zu deren Stammgästen gehört sie mittlerweile selbst. "Einzigartig, dass sich all diese prominenten Leute buchstäblich mitten im Wald treffen", umschreibt die weit gereiste Astronomie- und Raumfahrtexpertin jene Atmosphäre: "Das macht die ganze Sache ungezwungener, ja fast familiär."

Bescheidener Sigmund Jähn

Sigmund Jähn habe daran großen Anteil. Die 61-Jährige: "Trotz seiner großen Leistung ist er immer bescheiden geblieben." Den berühmten "Stein im Brett" hatte er bei ihr nicht erst, als er für eine Ausgabe des von ihr moderierten ZDF-Magazins "Wissens-Werth" noch einmal in seinen Kosmonauten-Anzug von 1978 gestiegen war. "Das gute Stück passte ihm noch perfekt", erinnert sie sich. Zum 30-Jährigen von Jähns "Himmelsmission" organisierte sie auch Live-Schaltungen aus Morgenröthe-Rautenkranz in die Nachrichtensendungen des ZDF.

Jähn "bedankte" sich seinerseits mit dem Korrekturlesen von Hildegard Werths Sachbuch "Thomas Reiter - Leben in der Schwerelosigkeit", das im Frühjahr diesen Jahres erschienen ist. "Als Kosmonaut und Berater kennt er Hintergründe und Details zum russischen wie sowjetischen Raumfahrtprogramm", würdigt sie. Den amerikanischen Part übernahm Jesco von Puttkamer, ältester Mitarbeiter der US-Raumfahrtsbehörde Nasa. Er bezeichnete das Erstlingswerk von Werth als "das beste Buch zu Thomas Reiter und zur ISS". Die Autorin schildert in ihrer spannenden 272-Seiten- Reportage die anstrengenden Trainingseinheiten Reiters im Sternenstädtchen bei Moskau und im Johnson-Space-Center von Houston, ebenso wie Erlebnisse aus seinen 350 schwerelosen Tagen im Weltall. Dabei beschreibt sie auch den Alltag auf der Raumstation ISS.

Der Wunsch vom Fliegen

Die in lockerem Plauderton verfasste Biografie über den deutschen Rekordastronauten ist damit nebenher auch ein Überblick der jüngeren Raumfahrt-Geschichte. Werth führte unzählige Interviews und besuchte Reiter vor und nach seinen Ausflügen ins Weltall.

"Jetzt möchte ich am Liebsten eigentlich selbst da hoch", bekennt die Journalistin aus Leidenschaft. "Bekäme ich ein entsprechendes Angebot, würde ich sofort zusagen!" Augenzwinkernd fügt sie hinzu: "Vielleicht bekomme ich ja eine solche Reise zu meinem 80. Geburtstag geschenkt ..."

Das Buch ist neben dem Buchhandel ab sofort auch in der Deutschen Raumfahrtausstellung Morgenröthe-Rautenkranz erhältlich. Thomas Reiter war dort auch schon zu Gast gewesen.

Das Buch von Hildegard Werth "Thomas Reiter - Leben in Schwerelosigkeit" kostet 19,95 Euro.

 
erschienen am 29.09.2011 ( Von Eberhard Mädler )
 
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