Exponate zur Geschichte der Eisenbahn im Vogtland Zu den unzähligen Exponaten zur Geschichte der Eisenbahn im Vogtland und in Westböhmen gehören auch diese Gerätschaften, die für den Schienenbau gebraucht wurden. Im Foto Zweiter von rechts ist Robert Koutny vom Verein M 131.1 Sokolov.

Foto: Helmut Schneider

Museum im alten Bahnhofsrestaurant

Ausstellung nicht nur interessant für Fans der Eisenbahngeschichte

Graslitz/Klingenthal. "Der Personenzug aus Klingenthal fährt auf Gleis 3 ein", wird in tschechischer und deutscher Sprache durchgesagt, wenn der Regiosprinter der Vogtlandbahn im Bahnhof der westböhmischen Grenzstadt Graslitz/ Kraslice ankommt. Das ist inzwischen wieder Normalität geworden.

Am 28. Mai 2010 waren es zehn Jahre, dass nach 55-jähriger Pause wieder ein Personenzug von Klingenthal nach Graslitz fuhr. Möglich gemacht hatte es eine neuen Eisenbahnbrücke, die im Rahmen des Verkehrsprojektes Egronet errichtet worden war, das Sachsen, Westböhmen, Bayern und Südthüringen per Bus und Bahn verbindet. Von Zwickau über Klingenthal fahren die Regiosprinter inzwischen bis Falkenau/Sokolov, an Wochenenden sogar bis nach Karlsbad. An beiden Bahnhöfen besteht Anschluss in Richtung Prag oder gar nach Kosice (Slowakei).

Die verblichenen Inschriften am Giebel des Graslitzer Bahnhofs lassen die wechselvolle Geschichte des Grenzgebietes erahnen. In den Räumen der 1886 eröffneten Bahnhofgaststätte, ist seit Samstag ein Museum zu besichtigen. Es war dabei kein Zufall, dass die Eröffnung in Verbindung mit dem Egronet-Jubiläum erfolgte.

Dort, wo 1. Oktober 1886 der Graslitzer Bürgermeister Kühnl anlässlich der Eröffnung der Bahnlinie nach Klingenthal seine Amtskollegen aus Klingenthal, Markneukirchen, Adorf, Falkenstein und Auerbach zu einem Imbiss begrüßen konnte, können sich Besucher nun über die Geschichte der Eisenbahn in der Region informieren. Gestaltet wurde die Ausstellung von Mitgliedern des Vereins M.131.1 Sokolov um den langjährigen Vorsitzenden Robert Koutny.

Ein Teil der Exponate in den beiden einstigen Gaststättenräumen stammt dabei aus dem Fundus der Klingenthaler Eisenbahnfreunde, die vor Jahren damit selbst ein Museum im Klingenthaler Bahnhofsgebäude betrieben hatten. Das 124 Jahre alte Bauwerk steht aber auf der Abrissliste. Ein großer Teil der Ausstellungsstücke wurde deshalb an die Vogtländischen Eisenbahnerverein Adorf übertragen.

Deren Vorsitzender Friedhold Wunderlich war mit mehreren Vereinsmitgliedern ebenso zur Eröffnung gekommen wie die ehemaligen Klingenthaler Vereinsmitglieder Willy Neumeister und Erhard Sandner. Als die Klingenthaler 1995 mit dem Verein M 131.1 den damals ersten grenzüberschreitenden Partnerschaftsvertrag schlossen, war die Wiedereröffnung der Bahnstrecke zwischen Klingenthal und Graslitz noch eine Vision gewesen.

Das neue Museum ist nicht nur interessant für Fans der Eisenbahngeschichte. Auch Ausflugsziele der Region, die per Zug erreichbar sind, werden vorgestellt. Zudem laufen Filme aus den vergangenen Jahren, auf denen sich auch mancher Vogtländer wiederkennen wird.

Zu den Raritäten der Ausstellung gehört das Aquarell, das einen Kohlezug mit vorgespannter böhmischer Dampflok auf der Fahrt durch Zwota zeigt.

Service

Geöffnet ist die Eisenbahn-Ausstellung samstags von 9 bis 16 Uhr. Eintritt für Erwachsene 20 Kronen (etwa 80 Cent), für Kinder 10 Kronen.

 
erschienen am 03.06.2010 (Von Thorald Meisel)
 
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