Der Moosmann mit seinem Licht.

Foto: Archiv Heimatverlag Neupert

Das gerettete Moosweiblein im Schönecker Wald

Im Schönecker Wald lebte vor Jahren ein junger Holzhauer. Obgleich er von früh bis spät arbeitete, konnte er kaum soviel verdienen, um seine kranke Mutter und die Geschwister zu ernähren. Auch liebte er die Nachbarstochter. Und weil er sie gern zur Frau haben, aber nicht als Habenichts gelten mochte, wanderte er eines Tages in die Welt, um etwas zu verdienen.

Betrübt und traurig marschierte er durch den Vogtlandwald, denn der Abschied war ihm schwer gefallen. Plötzlich sprang ein Moosweiblein aus dem Gebüsch. Wie von Hunden gehetzt eilte es auf den Burschen zu und flehte: "Schneide schnell drei Kreuze in die Fichte, die hier über dem Wege liegt." Sofort erfüllte der Bursche den Wunsch. Kaum war er mit dem Moosweiblein unter einen Stamm gekrochen, kam der wilde Jäger mit seinem Heer angebraust.

Aber an den drei Kreuzen zerbrach seine Macht. Fluchend ritt er weiter. Das Moosweiblein war gerettet. Zum Dank reichte es dem Burschen einen grünen Zweig aus dem Reisigkorb. Der lachte darüber, steckte den Zweig an seinen Hut und ging weiter. Der Hut wurde von Minute zu Minute schwerer.

Als er ihn abnahm, war der Zweig gewachsen und trug glitzernde Blätter. Wozu sollte er nun weiterwandern? Ehe der Abend die Sonne hinter den Hügeln verschwinden lief, saß er wieder daheim bei Mutter und den Geschwistern. Alle bestaunten den goldenen Zweig, der ihnen fortan Glück und Reichtum bringen sollte.

 
erschienen am 01.10.2007
 
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