Wellness im Bergwerk Wer Ruhe und Entspannung sucht, der kann das neue Angebot im Schaubergwerk Schneckenstein nutzen. Die Betreuung der Interessenten hat Daniela Meinhold (rechts) übernommen. Annette und Steffen Gerisch (von links), Chef der Grube, verfolgen schon lange das Wellness-Projekt.

Foto: Helmut Schneider

Schaubergwerk "Grube Tannenberg" auf dem Schneckenstein setzt auf Synergieeffekte der Region

Schneckenstein. Das stetige Plätschern des in den unterirdischen See des Schaubergwerkes "Grube Tannenberg" tropfenden Wassers erzeugt einen Ton, der durch seine Gleichmäßigkeit im Dämmerlicht beruhigend wirkt. Die Temperatur im Stollensystem beträgt knapp fünf Grad Celsius, der Hauch des Atems steht in der Luft. Zwei mollige Decken sorgen auf der Liege für Wärme. Es dauert nicht lange, und eine angenehme Schwere legt sich auf die Glieder. Je nach Bedarf kann die Entspannung noch mit passender Musik untermalt werden.

Diese Vision einer Nutzung der alten Schachtanlagen am Schneckenstein für den Wellnessbereich wurde durch Steffen Gerisch schon lange verfolgt. Er ist der Chef des Schaubergwerks, das über die Kultur GmbH des Vogtlandkreises betrieben wird. Nun hat er in der Klingenthalerin Daniela Meinhold eine Partnerin gefunden, mit der aus der Vision Realität geworden ist. Die junge Frau, die in Falkenstein eine Praxis betreibt, hat eine Ausbildung als Schmerztherapeut bei der Deutschen Gesellschaft für Naturheilverfahren und energetischer Schmerztherapie (DGNS) absolviert, ist außerdem Masseur und medizinische Bademeisterin.

Wo einst Bergleute in Finsternis, Kälte und Nässe mühevoll das Erz aus dem Berg brachen, kann man nun Ruhe genießen, und bei konstant 97 Prozent Luftfeuchtigkeit und fast völlig frei von Pollenflug etwas für die Gesundheit tun. Ein Gutachten einer Chemnitzer Firma bescheinigte der Luft im Stollen bessere Werte als manchem Luftkurort. Für Stressabbau scheint ein Aufenthalt im Stollen bestens geeignet. Medizinische Wunder sind am Schneckenstein jedoch nicht zu erwarten. "In der Natur braucht alles seine Zeit", machte Daniela Meinhold deutlich.

Ursprünglich war im 1996 eröffneten Schaubergwerk ein separater "Gesundheitsstollen" angedacht gewesen. Für dessen Ausbau fehlt derzeit das Geld. So wurde eine Möglichkeiten gefunden, außerhalb der Öffnungszeiten das vorhandene Stollensystem zu nutzen. "Vieles lässt sich mit einfachen Mitteln realisieren", machte Gerisch deutlich. Er sucht mit dem Schaubergwerk nach Synergieeffekten für die Region. Tief unter dem Schneckenstein reifen deshalb auch schon Wurst und Weihnachtsstollen.

Service

Weitere Informationen gibt es im Schaubergwerk Grube Tannenberg, Telefon 037465/41993, Fax 03746 41825.

 
erschienen am 06.05.2010 (Von Thorald Meisel)
 
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