Vogtland steigt zum Radlerland auf

Die Vision eines vogtländischen Radrundweges ist mit dem beschlossenen Ausbau der ehemaligen Bahnstrecke von Falkenstein nach Oelsnitz in greifbare Nähe gerückt. Mit dem drei Millionen Euro teuren Vorhaben gelingt jedoch nicht nur der Lückenschluss zwischen den beiden Fluss-Radelstrecken an Elster und Göltzsch. Mehr noch: Das Vogtland steigt damit zum Radlerland auf - noch vor Monaten undenkbar.

115 Kilometer ist die Rundstrecke perspektivisch lang. Die Distanz ist damit ideal für ambitionierte Hobby-Fahrer. Einmal rundherum an einem Tag. Weniger Geübte haben durch das dichte Streckennetz der Vogtlandbahn jederzeit die Chance, ohne Muskelkraft an ihren Ausgangsort zurückzukehren.

Werden die Pläne zum Ausbau des Elsterradwegs sowie die zur Asphaltierung der ehemaligen Bahntrasse - beide in Regie des Landratsamtes - wie geplant verwirklicht, sind nach den nächsten beiden Jahren rund 80 Prozent der Rundstrecke auf einem ausgebauten Radweg befahrbar. Nur entlang der Göltzsch hapert es noch. Die Schwachstellen befinden sich zwischen Falkenstein und Auerbach, in den Ortslagen von Rodewisch und Lengenfeld sowie kurz vor Mylau. Dort fehlt eine Brücke, Radler müssen deshalb dort momentan auf die Straße ausweichen. Die betroffenen Kommunen haben jedoch bereits versichert, ihre Hausaufgaben machen zu wollen. Mylau kaufte beispielsweise das Grundstück an, um den kleinen Lückenschluss herstellen zu können.

Ein Lückenschluss im großen Stil gelingt im oberen Vogtland. Die neu zu bauende Strecke zwischen den Talsperren Pirk im Westen, Falkenstein im Osten und Pöhl im Norden trägt deshalb den Arbeitstitel "Familien- und Erlebnisradweg zwischen den vogtländischen Talsperren". Planer Sven Jacob vom Architekturbüro Fugmann aus Falkenstein schwärmt bereits jetzt von der 30 Kilometer langen Strecke. "Mit nur sechs Prozent Gefälle kann sie sogar von Rollstuhlfahrern genutzt werden", sagt er. Bevor es jedoch soweit ist, muss unter Hochdruck gearbeitet werden. Noch dieses Jahr ist Geld zu verbauen - so schreiben es die Regeln des Konjunkturpaketes vor. Daraus stammen die Mittel. Im Großen und Ganzen ist die Trasse klar, Abstimmungen gehen jetzt ins Detail. Vor allen in Falkenstein und Oelsnitz sei noch einiges zu tun.

Auf der Strecke selbst gibt es 19 Bauwerke - von Brücken bis zu kleineren Durchlässen. Sie werden auf eine Nutzung hin überprüft. "Konzipiert waren sie einst für die Eisenbahn, da sollte die Belastung durch einen Radweg normalerweise kein Problem darstellen", sagt Jacob. Hat der Zahn der Zeit doch schon zu deutliche Spuren hinterlassen, führt die Strecke daran vorbei beziehungsweise es erfolgt ein Abriss. Neu gebaut wird zumindest nichts, so Jacob. Fällt der Startschuss zum Bau, könnten mehrere Firmen parallel arbeiten. Geteert wird auf einer Breite von 2,50 Meter.

Von Tino Beyer

 

 
 
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