Müheloser Stahl
Liedermacher
Wer seine Lieder nur zur Gitarre, also wirklich nur mit einer einzelnen Gitarre ohne gelegentliche Geigen, Elektronik, Chöre, Percussion oder sonstige Dinge (die man dann, um die Gitarre nicht zu marginalisieren, "dezent" nennen muss), singen kann, ist entweder ein wirklich berührender Künstler - oder nach dem zweiten Lied langweilig.
Dass der Amerikaner Tim Scott McConnell alias Ledfoot es auf seinem mittlerweile schon vierten Album "Gothic Blues Volume One" mühelos schafft, den Hörer bei der Stange zu halten, zeichnet ihn als ersteren aus. Ohne weinerlich zu wirken, schafft es der Barde aus Florida mit seiner stahlsaitenscheppernden Akustik-Klampfe, wirklich betörende Melancholie-Geschichten über die Härten des Lebens zu erzählen und dabei doch stets dessen lohnende Schönheit im Blick zu haben. Als hätten Johnny Cash und Nick Cave einen unehelichen gemeinsamen Sohn. (tim)