Kuhberg Mit 511 Meter die höchste Erhebung im Nördlichen Vogtland: der Kuhberg

Foto: Stadt Netzschkau

Natur entdecken auf dem Kuhberg

Die höchste Erhebung des nordöstlichen Vogtlandes ist der Kuhberg. Ein Naturlehrpfad befindet sich entlang des Berges.

Nachdem Aufstieg kann man vom 21 Meter hohen Aussichtsturm einen herrlichen Blick genießen. Von Mai bis Oktober fahren in der Nähe des Turms Gartenmodelleisenbahnen auf 500 Meter Schienen.

Parkplätze sind am Fuß des Berges (in Brockau) und an der Baude zu finden.

www.kuhberg-netzschkau.de

Die Kuhbergsaga

Vor vielen Jahren wohnte im Dorfe Brockau eine arme Häuslerfamilie. Der Mann besorgte Traggänge und Botenfuhren nach Elsterberg, Netzschkau und Mylau und führte den Dorfbewohnern aus diesen Städten Lebensmittel und Waren zu.

Als sich aber in Brockau selbst ein Krämer niederließ, kam der Häusler nach und nach um Arbeit und Lohn. Zuletzt geriet die Familie in Not und nannte außer dem kleinen Hause und einem dürftigen Grasgarten nur noch eine Kuh und eine Ziege ihr eigen.

Da musste auch die zwölfjährige Anna, ein frisches, fröhliches, gutherziges Kind, verdienen helfen. Sie tat bei einem Bauer als Gänsemädchen Dienst und erhielt von ihm dafür Kost und Kleidung. Eines Tages schenkte er ihr auch ein Paar funkel- nagelneue Schuhe. Die Mutter bewahrte sie sorgfältig auf, als sie sie aber an einem Sonntagsmorgen hervorsuchen wollte, waren sie verschwunden. Das gutherzige Annel hatte sie eines Tages, als die Eltern gemeinsam auf Arbeit gegangen waren, an ein fremdes Mädchen verschenkt, das weinend und vor Frost zitternd um eine Hülle für ihre nackten Füße bat. - Eines Tages sollte Anna die Kühe ihres Dienstherrn auf die Kleestoppel treiben und hatte Erlaubnis erhalten, die eigene Kuh und die eigene Ziege mit hinauszuführen.

Die Tiere, wohl bewacht von Anna und ihren Gespielen, hatten schon längere Zeit gegrast, als plötzlich über einer Hütte des Dorfes gelber Qualm aufstieg und Lärm und Stimmengewirr aus der Ferne herüber drangen. In der Aufregung vergaßen die Kinder das Vieh, eilten dem Dorfe zu, fanden dort aber das Feuer bereits erstickt. Sie kehrten zu der verlassenen Herde zurück, mussten aber zu ihrem Schreck wahrnehmen, daß eine Kuh, die Annas, fehlte. Alles Ausschauen und Suchen half nichts. Als die Sonne gesunken war, musste Anna, nur die Ziege an der Hand, weinend nach Hause gehen. Am andern Morgen machte sich die ganze Familie auf die Suche. Vergeblich blieb alle Mühe. Anna war beim Suchen zufällig bis an den Fuß des Berges gekommen.

Sie kletterte zwischen Dornen und Gesträuch am Abhange empor und hörte plötzlich ein liebliches Geläute. Sie ging ihm nach und erblickte oben auf der Kuppe, die heute den stolzen Turm trägt, ihre Kuh mit einem Bande um den Hals und einer blanken, großen Glocke daran. Neben dem Tier stand das fremde Mädchen, dem Anna einst ihre Schuhe geschenkt hatte, winkte ihr freundlich zu und war dann, ehe Anna danken konnte, verschwunden.

Jubelnd wurde die wiedergefundene Kuh nach Hause geführt. Die Glocke erwies sich als echtes Silber, der Klöppel war aus lauterem Golde. Mit der Glocke zog das Glück ein in das kleine Haus. Der Vater fand lohnende Beschäftigung auf Lebenszeit im nahen Netzschkau, die Sparpfennige mehrten sich, bald konnten eine Wiese und ein Feld erworben und ein geräumiger Stall gebaut werden, in dem noch zwei Kühe Einzug hielten. Die Geschichte wurde in der ganzen Gegend bekannt, und die Höhe, auf der Anna die verlorene Kuh wiederfand, allgemein "der Kuhberg" genannt.

 
 
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