Katrin Ullrich serviert Entenbrustfilet á la Orange. Katrin Ullrich serviert Entenbrustfilet á la Orange.

Foto: Franko Martin

Gerichte sollen in Reichenbach Pfiff und Biss haben

 

Reichenbach. Sie leuchten in Blau, Orange, Gelb, Grün, Pink, Türkis und strahlen mit der Sonne um die Wette: zur kleinen Galerie arrangierte Gemälde im lichtdurchfluteten Reichenbacher Restaurant San Marco, an denen Gäste vermutlich selten ohne einen längeren Blickkontakt vorbeikommen. Katrin und Ronny Ullrich können Ähnliches von sich sagen: "Die Bilder passen wunderbar zu unserem Wintergarten", schwärmt die Inhaberin. Sie und ihr Mann bieten dem Greizer Künstler Jürgen Weber auch deshalb ständig ein Podium für seine Werke. Wen ihr Schöpfer zu Vorbildern genommen hat, ist offensichtlich: Picasso, Miró, Kandinsky, Hundertwasser lassen sich aus den Motiven herauslesen.

1996 bauten die Gastronomen auf der Sonnenseite ihres drei Jahre zuvor eröffneten und von Katrin Ullrichs Mutter Regina Große geführten Cafés San Marco auch ein Restaurant an. Richtig in Rente gehen? Das will und kann die Seniorchefin trotz Geschäftsübergabe an die nachfolgende Generation keinesfalls. "Ohne sie würde es niemals funktionieren", sagt Ronny Ullrich. Jede helfende Hand wird gebraucht. Schließlich fährt man dreigleisig: Restaurant, Café mit Eis und Konditorei und Partyservice bilden eine Einheit. Letzteres beschränkt sich nicht auf die eigenen vier Wände. "Für größere Gesellschaften mieten wir uns auch in andere Objekte ein", sagt der Restaurantfachmann und nennt das Netzschkauer Schloss als Exempel.

Dass die Ullrichs ihrem Café einen Namen spendierten, der nach Urlaub klingt, ging mit der Interessenlage der Neu-Bundesbürger einher: "Alle wollten damals italienisches Eis essen. Mit dem Namen haben wir darauf hingewiesen", berichtet Ronny Ullrich. "Die Rohstoffe kommen aus Italien", ergänzt seine Frau. Softeis läuft von einer hauseigenen Maschine in die Waffeln. Was zu Kugeln geformt wird, entsteht im Eiscafé ihrer Schwester in Netzschkau. Dort befand sich 1978 die Wiege des Familienunternehmens. Als eigenständige, pfiffige, vielfältige Hausmannskost beschreiben die Ullrichs, was in der Restaurantküche köchelt und brutzelt. Bambes kombinieren sie oft mit Lachs, Dill und einer Sauce Choron, Entenbrustfilet mit Kartoffelwaffeln, Brokkoli und Orangensauce. Beide Gerichte haben eine große, treue Fangemeinde. "Die Leute sind neugierig und möchten schon etwas Besonderes, wenn sie essen gehen", weiß Inhaberin, Köchin und Konditorin Katrin Ullrich.

Bei saisonalen Angeboten machen Spargelspitzen im panierten Schinkenmantel das Rennen. Braten- und Wildgerichte sind dagegen vorwiegend besonderen Anlässen vorbehalten. "Die gibt es zu Familienfeiern - aber auch auf Wunsch."

» Internet: www.vikaro.de

 

 

 
erschienen am 07.06.2012 (Von Sylvia Dienel)
 
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