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Musik & Theater

Monumentales Werk in Bad Elster zu erleben

Am Samstag wird Carl Orffs "Carmina Burana" im Naturtheater aufgeführt - Ensemble aus Radebeul und Chor aus Dresden stehen auf der Bühne


Carl Orffs Monumentalwerk "Carmina Burana"

Carl Orffs Monumentalwerk "Carmina Burana" wird am Samstag in Bad Elster aufgeführt. Das Archivbild zeigt die Aufführung der szenischen Kantate mit mittelalterlichen Texten durch die Deutsche Tanzkompanie Berlin am 14. August 2004 im König-Albert-Theater Bad Elster.

Bad Elster. Am ersten Septemberwochenende endet die Spielzeit des Naturtheaters Bad Elster. Wenn das Wetter mitspielt, wird am Samstag ab 19 Uhr Carl Orffs Chor- und Orchesterwerk "Carmina Burana" auf der Waldbühne aufgeführt, tags darauf ab 15 Uhr das russische Zaubermärchen "Die feuerrote Blume".

Stephan Seitz, Marketingdirektor der Chursächsischen Veranstaltungs GmbH, ist optimistisch, dass beides wie geplant unter freiem Himmel stattfinden kann. "Die Temperaturen sollen steigen, der Regen aufhören. Klappt das nicht, wird beides ins König-Albert-Theater verlegt."

Die "Carmina Burana" sind ein in Bad Elster viel gespieltes szenisches Werk. Ob beim Brunnenfest 1995, 2004 mit der Deutschen Tanzkompanie im König-Albert-Theater oder vor zwei Jahren, als die Aufführung schon einmal vor unsicherem Wetter vom Naturtheater unter das schützende Dach flüchten musste - Carl Orffs 75 Jahre alter Zyklus war im Kurort in verschiedener Form zu erleben. Diesmal sind es die Solisten, der Chor und das Orchester der Landesbühnen Sachsen aus Radebeul sowie die Singakademie Dresden mit Chor- und Kinderchor, die unter der Gesamtleitung von Generalmusikdirektor Florian Merz Orffs populärste Komposition aufführen.

Der lateinische Begriff "Carmina Burana" bedeutet "Lieder aus Benediktbeuren" - es ist eine Sammlung von im 11. und 12. Jahrhundert entstandenen und um das Jahr 1230 niedergeschriebenen Lied- und Dramentexten. Carl Orff (1895 bis 1982) hat 24 Texte aus dieser mittelalterlichen Handschrift 1935/36 neu vertont. Die Uraufführung für Orffs bekanntestes Werk fand am 8. Juni 1937 in Frankfurt am Main statt. Es zählt zu den populärsten Chorstücken des 20. Jahrhunderts und begründete den weltweiten Erfolg des Münchner Komponisten.

Das Werk beginnt mit der Anrufung der Schicksalsgöttin Fortuna, die mit dem steten Auf und Ab des Mondes verglichen wird. Drei Teile mit den Themen Natur, Gelage und Liebe schließen sich an.

Der zentrale Punkt des ersten Parts ist die Lebensfreude: Es ist ein Loblied auf die Frische des Frühlings, die Liebe und die Jugend.

Im zweiten Teil steigert sich dies in Übermut: Der Chor versucht, die ganze Welt zu einem ungezügelten Gelage zu verleiten, bevor im dritten Teil Liebe und Sehnsucht im Mittelpunkt stehen.

Fortuna verwandelt sich in die Venus, die Göttin der Liebe und Schönheit. Im Finale der "Carmina Burana" wird der Anfangschor wiederholt. Die Klangwucht des Werkes fand indes nicht nur Anhänger. Der Komponist Berthold Goldschmidt (1903 bis 1995) etwa bezeichnete 1994 im "Spiegel" die Schöpfungen seines namhafteren Kollegen als "schreckliche Supermarkt-Musik" und Carl Orff selbst als "drittklassig".

Die "Carmina Burana" wird in Bad Elster von etwa 150 Mitwirkenden aufgeführt und soll mit einem großen Feuerwerk enden. Ob es wetterbedingt zu einer abgespeckten Variante im König-Albert-Theater kommt, entscheidet sich frühestens am Donnerstag, so Seitz. Karten für die Aufführung gibt es ab 12 Euro in der Touristinformation im Südflügel des Kurhauses Bad Elster, täglich von 10 bis 12.30 Uhr und von 13.30 bis 18 Uhr geöffnet und unter der Telefonnummer 037437/53900 erreichbar.

Von Ronny Hager


Erschienen am 02.09.2010




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