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Kultur & Sehenswertes
Malerin bewahrt Vogtland im Bild
Burg Schönfels zeigt Bilder von Johanna Ehlich-Däberitz
Ina Schubert zeigt ein Bild von Johanna Ehlich-Däberitz. Arbeiten der Künstlerin, die vor allem vogtländische Landschaften porträtierte, sind bis 21. April auf Burg Schönfels zu sehen.
Schönfels. Auf Burg Schönfels im Zwickauer Land werden derzeit rund 70 Arbeiten der vogtländischen Künstlerin Johanna Ehlich-Däberitz (1904 bis 1986) gezeigt. Darunter sind zahlreiche Bilder, in denen ihr besonderer Blick zum Ausdruck kommt, mit dem sie ihre Heimat wahrgenommen und als künstlerische Momentaufnahmen festgehalten hat.
Mithilfe stimmungsvoller Farben verleiht sie den Ansichten sanfter Hügellandschaften, von Dörfern, Städten oder historischen Gemäuern einen Hauch von Romantik. Der drückt sich auch in ihren Bauernhofbildern aus. Mit viel Liebe zum Detail hat sie - als Auftragswerke der Landwirte - deren Höfe in Öl festgehalten. Geschickt verstand sie es, eine Darstellungsweise zu finden, die sowohl die Vorstellungen der Auftraggeber erfüllte, als auch ihre eigene verträumte Sicht bewahrte. Inzwischen sind die Bilder oftmals einzigartige Zeitzeugnisse bäuerlicher Architektur im Vogtland der 1930er Jahre.
"Entstanden sind diese Bilder zumeist während der schweren Zeit des Krieges. Sie dienten Johanna Ehlich-Däberitz als Broterwerb, vor allem jedoch zum künstlerischen Überleben", erklärt Museumsleiterin Ina Schumann. Die Ausstellung zeigt aber auch eine ganz andere Seite der Künstlerin. Mit ihren Stillleben und Tierdarstellungen beweist sie ihre künstlerische Meisterschaft, mit denen es ihr gelingt, insbesondere in späteren Schaffensperioden an ihre akademische Ausbildung anzuknüpfen. Darin kommt auch ein wenig die Tragik im Leben der Johanna Ehlich-Däberitz zum Ausdruck.
Als Tochter des Oberpfarrers zu Elsterberg geboren, erkannte ihr Vater schon frühzeitig das in ihr schlummernde Talent. Mit 16 Jahren besuchte sie die Kunstschule in Plauen und studierte später an der Akademie in Dresden bei Professor Max Feldbauer. Von 1926 bis 1930 lernte sie in der Tiermalschule von Professor Angelo Jank. Auf verschiedenen Reisen vervollkommnete sie ihr künstlerisches Können. 1933 heiratete sie den Schönbacher Pfarrer Hermann Ehlich. Das war ein tiefer Einschnitt in ihr Leben."
Sie verzichtete auf die Eröffnung eines eigenen Ateliers, ordnete stattdessen ihre eigentliche Berufung als Künstlerin den Pflichten einer Pfarrfrau unter. Mit dem Malen hat sie aber nie aufgehört", berichtet Schumann. Nach dem Tod ihres Mannes im 2. Weltkrieg zog sie zurück nach Elsterberg. Sowohl dort als auch in Greiz war sie als Zeichenlehrerin tätig. In ihrer späteren Lebensphase, von früheren Einschränkungen befreit, widmete sie sich wieder intensiver ihrer künstlerischen Leidenschaft.
Service
Die Sonderausstellung "Romantischer Blick ins Vogtland" auf der Burg Schönfels ist bis 21. April zu sehen. Das Museum hat außer montags und freitags täglich in der Zeit von 10 bis 17 Uhr sowie nach entsprechender Terminvereinbarung geöffnet.
Von Andreas Wohland
Erschienen am 04.03.2010
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