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Das geht auf keine Kuhhaut
In Weida hat das Gerber- und Schuhmacherhandwerk eine lange Tradition. Aus den Stadtstatuen der Vögte von 1377 geht hervor, dass das Gerben von Häuten und Fellen dazumal noch von den Schuhmachern betrieben wurde.
1581 trennten sich die Schuhmacher und Gerber und gründeten jeweils ihre eigenen Innungen. Im späten Mittelalter schwankte die Zahl der Gerbermeister in Weida zwischen sieben und vierzehn.
Auf der Grundlage jahrhundertealter handwerklicher Tradition entwickelte sich seit Mitte des 19. Jahrhunderts die Stadt Weida zu einem Zentrum der Lederherstellung und -verarbeitung. Das in Weida hergestellte Leder erfreute sich auf Grund seiner guten Qualität einer großen Nachfrage.
So begann vor 160 Jahren auch die Gerberei Francke in der Unteren Straße 6 mit der Lederherstellung für Schuhe. Johann Friedrich Francke gründete 1844 seine Lohgerberei direkt an der Weida.
Waldreichtum und das Wasser der Weida sicherten beständig die Produktion. Hauptprodukt war das Sohlenleder aus dem Kernstück der Rinderhaut. Die Produktion wurde über vier Generationen fortgeführt und erst 1992 endgültig beendet. 1990, nach 146 Jahren, stellte der letzte Besitzer dieses traditionsreichen Unternehmens, Friedrich Francke, die Produktion aus gesundheitlichen Gründen ein.
Lohgerberei -das besondere Industriedenkmal
Im Juli 2001 übernahm die Stadt Weida das Objekt, um es künftig als Technisches Schaudenkmal einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen - es entstand das "Schaudenkmal Lohgerberei".
Und das erwartet Sie: Dem Besucher bieten sich die originalen Fertigungseinrichtungen, wie Lohmühle, Entfleischmaschine, Lederwalze, Ausstossmaschine, Walzenpresse, Pumpen, Gruben und drehbare Holzfässer, von denen einige noch funktionieren.
Wer das Industriedenkmal der besonderen Art besucht, taucht in das 19. Jahrhundert ein. Die Grubenhöfe mit den alten Gerbgruben sind beeindruckende Zeugen der früheren Lederherstellung.
Die alten Maschinen funktionieren noch. In der ehemaligen Lohgerberei kann man erfahren, wie viele Arbeitsgänge nötig sind, bis aus einem Stück Rinderhaut ein haltbares Sohlenleder geworden ist. Ein gutes Jahr dauerte das, dann war es fest wie Eisen. Im angrenzenden Wohnhaus der Familie Francke befinden sich Ausstellungsräume. Hier bleibt die Geschichte der Gerber und Schuhmacher lebendig.
Das Technische Schaudenkmal kann nur in Begleitung durch einen sachkundigen Führer besichtigt werden, und das täglich (außer Dienstag und Donnerstag) von 10-12 Uhr und 14-17 Uhr. Anmeldungen unter Telefon: 036603/71350. Die Internetseite der Lohgerberei finden Sie hier...
Erschienen am 12.01.2007
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