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Frischzellenkur zum 70. Geburtstag
Die Talsperre Pirk vor den Toren von Oelsnitz wurde am 6. Juli 1939 eingeweiht - Umfangreiche Sanierung zu Ende
Die Talsperre Pirk aus der Vogelperspektive während der Sanierungsarbeiten.
Oelsnitz. Am Montag vor 70 Jahren wurde die Talsperre Pirk eingeweiht. Zum Geburtstag gibt es ein besonderes Geschenk: Nach anderthalb Jahren ist der Stausee keine Baustelle mehr. Im November 2007 war der Wasserspiegel für die erste Sanierung der Vorsperre seit Inbetriebnahme abgesenkt worden. Nun sind 430.000 Kubikmeter Schlammmassen beräumt und auf eine Halde getürmt, die später begrünt wird. Seit Mitte Juni läuft der Stausee wieder voll. Klappt alles wie vorgesehen, ist die Talsperre Mitte August voll. Zusammen mit weiteren Arbeiten an der Sperrmauer kostet die Landestalsperrenverwaltung die Frischzellenkur für die Talsperre Pirk 5,5 Millionen Euro.
Mit der Sanierung ist die Basis gelegt, dass der Stausee im Elstertal mit besserer Wasserqualität auch weiter die Naherholungsoase vor den Toren von Oelsnitz ist. Da machen sich Schlagzeilen durch Badeverbot oder tonnenweise tote Fische nicht gut. Der Erholungswert war indes erst als zusätzlicher Nutzen gesehen worden, als beim im Juli vor 75 Jahren gegründeten Weißelsterverband die Pläne für den Bau der Talsperre reiften. Es ging um Wasser für die Textilveredlungsindustrie in Plauen und das in der Stadt geplante Zellwollewerk, um den Schutz vor Hochwasser, den Zweck als Reservoir bei Niedrigwasser und die Stromerzeugung. Der Bau selbst wurde in den Jahren 1935 bis 1938 errichtet. Wegen der hohen Arbeitslosigkeit wurden möglichst viele Leute beschäftigt, so bei der Verlegung der Bahnstrecke auf die anderer Talseite oder der Errichtung der Vorsperre Dobeneck 1936/37.
Die Staumauer selbst entstand als Betongewichtsmauer mit einer Verblendung aus Bruchsteinen im Jahr 1937. Auf einer Länge von 250 Metern sperrt sie 400 Meter entfernt von Magwitz das Elstertal. Der Namensgeber des Stausees, das Dorf Pirk, liegt kilometerweit vom Stausee entfernt. Dass die Talsperre dennoch Pirk heißt, soll mit der Bauzeit zu tun haben: Es war die Hochzeit des Nationalsozialismus und damit nicht die Zeit für Ortsbenennungen slawischen Ursprungs wie Oelsnitz, Taltitz, Planschwitz oder Magwitz.
"Im Stausee der Talsperre Pirk geht eine Auenlandschaft unter, die von besonderer Schönheit war", heißt es in der Festschrift zur Weihe von Walter Tropitzsch, Vorsteher des Weißelsterverbandes. Zugleich entstand ein zunächst mit Motor- und Ruderbootverkehr, bis heute durch Segler und Camping-Liebhaber gern genutztes Fleckchen Erde.
Service
Der Festakt zum Abschluss der Sanierungsarbeiten und zu 70 Jahren Talsperrenweihe findet am Mittwoch, 22. Juli, an der Staumauer statt. Fotos der Talsperre Pirk zeigt Jutta Bukowski aus Oelsnitz vom 11. August bis 25. September im Zoephelschen Haus in Oelsnitz. Zu den bronzezeitlichen Siedlungsfunden des Plauener Frühgeschichtsforschers Amandus Haase während des Baus von Talsperre und Autobahn 1936 bis 1939 hat der Taltitzer Heimatforscher Werner Friedel dieses Jahr ein Informationsheft herausgebracht.
Von Ronny Hager
Erschienen am 03.07.2009




