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Stadtrat Schwarzenberg beschließt Bau eines Aufzuges hoch zu Schloss und Kirche


Aufzug in Schwarzenberg

Noch ist es nur ein maßstabsgetreues Modell, das mittels Fotomontage in die natürliche Kulisse "gezaubert" wurde. Doch ungefähr so soll der neue Aufzug in Schwarzenberg aussehen, der künftig Gäste vom Hammerwegparkplatz hoch zu Schloss und Kirche befördert.

Schwarzenberg. Nun ist es also beschlossene Sache: Die Stadt Schwarzenberg lässt einen Aufzug bauen, der die am Hammerwegparkplatz ankommenden Besucher der Stadt in gemächlichen 1,5 Minuten hinauf zum Wahrzeichen bringt. Der Bau und die entsprechende Ausschreibung wurden am Montagabend beschlossen. Nun werden Angebote von drei Spezialfirmen aus Österreich, Italien und der Schweiz eingeholt. Firmen, die solche Anlagen bauen, gebe es in Deutschland nicht.

Insgesamt werden 1,1 Millionen Euro in den Ausbau des touristischen Anlaufpunktes investiert. In diesem Betrag stecken aber auch die Investitionen für den Bau der beiden Parkplätze. Wobei der für Pkw bereits fertigt ist, der Stellplatz für Busse - unterhalb vom Krummen Weg - hingegen noch aussteht. 1,1 Millionen Euro sind kein Pappenstil. Doch 90 Prozent dieser Kosten bekommt die Stadt als Zuschuss vom Land. Das lässt diese touristische Investition in einem anderen Licht erscheinen. Oberbürgermeisterin Heidrun Hiemer begründete das Projekt vor den Stadträten unter anderem damit, dass aufgrund der Enge in der historischen Altstadt der Bau eines Parkhauses im Zentrum undenkbar sei. Über Monate und durchaus konträr wurde über das Vorhaben bereits diskutiert. Am Ende stimmten am Montag 18 Räte mit Ja, zwei votierten dagegen und sechs enthielten sich der Stimme.

Auch Bürger und unmittelbare Anlieger hatten den Weg ins Rathaus gewählt, um nochmals einige pragmatische Dinge, wie Höhe des Eigenanteils der Stadt, jährliche Unterhaltungskosten oder auch mögliche Benutzerzahlen, genauer zu hinterfragen. Über Letztere konnte freilich keiner eine Aussage treffen.

225.000 Euro muss die Stadt als Eigenanteil für das Gesamtvorhaben, einschließlich der Parkplätze, aufbringen. Hinzu kommen jährlich rund 20.000 Euro für die Unterhaltung des Aufzugs, so für TÜV und Wartung. Der Schienenstrang, auf dem sich die gläserne Kabine mittels eines Zahnstangenantriebs bewegt, wird 1,50 Meter breit, mit Führung und Sicherheitsabstand insgesamt gut 3,50 Meter. In der Talstation ist eine öffentliche Toilettenanlage vorgesehen. Die Bergstation, eine verglaste Stahlkonstruktion, ähnelt einem Ausguck.

"Der Antrieb befindet sich direkt an der Kabine, daher wird auch kein Maschinenhaus notwendig. Daher ist die Lärmbelästigung gering," erklärte Architektin Brigitte Hanisch.

Von Beate Kindt-Matuschek


Erschienen am 28.05.2009