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Ausflugstipps

Ein Mikrokosmos aus Abenteuer und Experiment

Im vogtländischen Schloss Schönberg ist eine Dauerausstellung über den Schmuckdesigner Michael Franke


Ringe und Broschen aus der neue eröffneten Dauerausstellung des Schönberger Schmuckdesigners Michael Franke.

Schönberg . Mit einer Dauerausstellung erinnert man in der Regel an bedeutende, vor allem aber tote Künstler, zeigt ihre Rolle, ihren Einfluss. Der vogtländische Schmuckgestalter und Maler Michael Franke aus Schönberg lebt noch. Das im vogtländischen Schloss Schönberg ieine Schau über den bemerkenswerten Gestalter eröffnet wurde, ist insofern ungewöhnlich und sagt einiges über die Klasse des gebürtigen Zwickauers aus.

Der 1950 geborene Franke gehört heute in die erste Reihe deutscher Designer, die sich gleichermaßen den künstlerischen Bereichen Schmuck und Malerei widmen. Seiner Lehre zum Goldschmied folgte ein Studium an der Fachhochschule für Angewandte Kunst in Heiligendamm. Seit 1978 freischaffend, war sich der kreative Kopf niemals zu schade, gleichzeitig zum Teil völlig verschiedene Wege zu gehen. So übernahm Franke 1990 den Job des Schönberger Bürgermeisters der Gemeinde Schönberg - kaum, dass er dorthin umgesiedelt war - auf sich. Seine künstlerische Arbeit rückte jedoch niemals in die zweite Reihe.

Frappierend an Franke ist, dass er mit seinem Schmuck den Spagat zwischen Urwüchsigkeit und edler Exklusivität schafft. Beizeiten wandte er sich vom tradierten Handwerk des Goldschmieds ab, um sich von eigener Phantasie und spielerischem Umgang mit Formen und Materialien treiben und, wie er sagt, "vom freien Schmuck-Machen" antreiben zu lassen. Neusilber, Silber, Messing, Gold oder Titan verwendet er ebenso wie Holz, Kautschuk, Kupfer oder Stahl. Selbst der Antriebsriemen einer Nähmaschine mutiert unter Frankes Händen und dank seines Sinns für Ausgefallenes zu einem reizvollen Accessoire. Seine Broschen, Ringe und Armreife ein Mikrokosmos aus Abenteuer und Experiment.

Eine übersteigerte materielle Wertigkeit steht bei ihm in zweiter Reihe, stattdessen entscheidet die Idee alles. Eine ähnlich diebische Freude am Kreieren reflektiert Frankes Malerei, der er sich ernsthaft seit Ende der 80er Jahre widmet. Franke jongliert dabei mit geometrischen Formen und kontrastreichen Farben. Seine Bilder zwingen zur Konzentration, das Symbolhafte und vielfach Surrealistische - gewürzt mit einem kräftigen Schuss Ironie - zu entschlüsseln. So auch sein Credo: "Verbale Äußerungen zu meinen Arbeiten will ich nicht abgeben. Ich halte es mit dem tiefgründigen Ausspruch des österreichischen Malers Arnulf Rainer: ‚Meine Arbeiten kann man nur richtig verstehen, wenn man sie gekauft hat. Alles vorherige Rätseln ist sinnlos'."


Service
Geöffnet ist das Schloss Schönberg von Freitag bis Samstag sowie an Feiertagen jeweils 14 bis 18 Uhr.


Erschienen am 17.12.2007




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